Sauerhof könnte über 20 Millionen kosten. Hotel-Insolvenz / Derzeit liegen zwei konkrete Angebote vor. Investitionen von bis zu vierfachem Kaufpreis für Betrieb nötig.

Von Stefan Jedlicka und Sonja Pohl. Erstellt am 25. August 2014 (08:55)
NOEN, Sonja Pohl
Das einstige Grand Hotel Sauerhof dämmert im Dornröschenschlaf dahin. Nach dem Konkurs der Betriebsgesellschaft läuft die Suche nach einem Käufer, der das Haus zu altem Glanz zurückführt.
Rund 20 Interessenten für das Grand Hotel Sauerhof haben sich bei Masseverwalter Bernhard Schatz nach dem Konkurs der Betriebsgesellschaft im Februar gemeldet. Mehrere Monate lang waren die Verkaufsverhandlungen exklusiv auf einen russischen Investor konzentriert, der sein Kaufangebot allerdings zurückgezogen hat.

Ausrichtung: Gesundheit oder Altenversorgung

Derzeit liegen zwei konkrete Angebote vor, informiert Schatz. „Sie entsprechen in der Höhe allerdings noch nicht dem, was sich der Eigentümer des Hauses erwartet.“ Dies wären aktuell 4,5 Millionen Euro.

Schatz ist allerdings zuversichtlich, das Haus bald an den Investor zu bringen: „In den vergangenen zwei Wochen wurden abermals sechs Besichtigungen anberaumt.“ Allgemeiner Tenor sei, den Sauerhof wieder zum ersten Hotel in der Stadt zu machen. „Und zwar entweder als 5-Stern oder als 4-Stern-Superior Betrieb, wobei die Ausrichtung entweder auf Gesundheit oder in Richtung Altenversorgung geht.“

Sicher ist für Schatz allerdings: Der Kaufpreis ist zwar nicht gering, die zu tätigenden Investitionen machen jedoch das drei- bis vierfache davon aus.

Sicherheitsdienst kontrolliert das Haus

Dies sieht auch ein potenzieller Wiener Investor (Name der Redaktion bekannt) so, der von rund 2.000 Euro Investitionskosten pro Quadratmeter spricht. Er klagt jedoch über mangelnde Information und einen „unprofessionellen Verkaufsprozess“. Notwendige Unterlagen zur Bewertung des Betriebs würden nicht zur Verfügung gestellt.

Schatz wundert sich: „Der Herr hat, ebenso wie alle andern Interessenten, eine CD mit sämtlichen Unterlagen erhalten. Auch wurde mit ihm eine Führung durch das Haus durchgeführt, die er allerdings bereits nach zehn Minuten abgebrochen hat.“

Apropos Investitionen: Zusammen mit der Erste Bank als Pfandgläubiger habe Schatz auch Erhaltungs-Maßnahmen getroffen, die notwendig sind, solange das Haus nun leer steht. „Ein Sicherheitsdienst wurde ebenso engagiert wie ein technischer Dienst. Wir verzichten allerdings darauf, die Parkanlage zu pflegen.“

„Jetzt Rosenbeete zu kultivieren, macht wenig Sinn“

Man gehe davon aus, dass diese ohnehin in Mitleidenschaft gezogen werde, wenn Investoren mit den entsprechenden Maßnahmen zum Um- oder Ausbau des Hotels beginnen.

„Jetzt Rosenbeete zu kultivieren, macht aus unserer Sicht daher wenig Sinn, obwohl sich Passanten am derzeitigen Zustand des Anwesens stoßen“, hofft Schatz auf diesbezügliches Verständnis. „Konstruktive Vorschläge nehme ich aber gerne an…“, Er hoffe jedenfalls darauf, den Sauerhof noch im September verwerten zu können.