Schauspieler Franz Koepp eröffnete ein Uhrengeschäft. Für Schauspieler Franz Josef Koepp kam mit Corona Zeit, um neu durch zu starten – er eröffnete ein Uhrengeschäft.

Von Sandra Sagmeister. Erstellt am 08. Juni 2020 (04:45)
Franz Josef Koepp geht seinen neuen beruflichen Weg mit viel „Freude, Liebe und Leidenschaft“.
Sagmeister

Auch wenn für viele im Corona-bedingten Lockdown die Zeit still stand, für einen stand sie nicht still, für den Schauspieler und Sprecher Franz-Josef Koepp. Viele Jahre stand er auf großen und kleinen Bühnen, wie dem Burgtheater oder der Bühne Baden, er drehte mit Catherine Zeta-Jones einen Film, „damals sah ich mich schon in Hollywood“, sagt Koepp heute augenzwinkernd.

„Dachte, jetzt geht es nach Hollywood!“

Auch als Sprecher ist er eine Wohltat, wenn er mit seiner prägnanten Stimme Texte zum Leben erweckt. Koepp hat die Krise genützt und sich seinen Traum erfüllt, ein kleines Uhrengeschäft im Herzen von Baden, genau gesagt in der Theresiengasse 6. Aufgefallen ist ihm das leer stehende Geschäftslokal schon lange, immer am Heimweg vom Theater, und langsam reifte die Idee, sich hier anzusiedeln. Ein passender Ort, war doch schon einmal in der Theresiengasse, anno dazumal, ein Uhrengeschäft.

Die Idee reifte und reifte und mitten in der Krise „war der richtige Zeitpunkt, um neu zu beginnen“.

Mit dem „Universalgenie“ Momir Vidic koordinierte er via Facetime in Windeseile den Umbau. Sein kleines Geschäft „Zeitlos“ ist nicht einfach nur ein neues Business für ihn, er möchte seine Leidenschaft leben und mit anderen Uhrenfreunden teilen, „eine Uhr hat Kultur, und wer darauf Wert legt, wird sich auch für schöne Uhren interessieren.“ Ja, es kommen sogar immer öfter junge Leute, die sogenannten Millennials, in sein Geschäft und zeigen Interesse für Uhren. Vor 20 Jahren hat sein Interesse begonnen, mit einer Taschenuhr, die er am Flohmarkt am Naschmarkt erstanden hatte.

„Für mich war Krise ein Schicksalswink“

Die Faszination Uhr, genauer gesagt, an einem ästhetischen Präzisionswerk, hat sich nach und nach gesteigert.

Heute ist er Experte für Armbanduhren, ist international vernetzt, mit anderen Uhrenhändlern und Uhrmachern. „Ich kann die Uhr oberflächlich behandeln, etwa ein Band tauschen, aber in die Tiefen des Uhrwerkes dringe ich nicht vor“, gibt Koepp ehrfürchtig zu, dafür hat er Fachleute. Ihm gehe es mehr um die Schönheit der Uhr. In Zeiten, wo man die Zeit meist nur flüchtig vom Handy abliest, bekomme eine schöne Uhr am Handgelenk eine neue und wertvolle Bedeutung. „Für mich war die Krise ein Wink des Schicksals, mir ein zweites Standbein aufzubauen, es war ein Glück für mich, weil, wenn nicht jetzt, wann dann?“

Er hatte genug Zeit, all seine Energie in sein „zeitloses“ Projekt zu stecken, nachdem alle Engagements abgesagt wurden. „Der Umbau lief wie ein Uhrwerk, ein Zahnrädchen griff ins nächste, und nun ist meine neue Spielwiese fertig“, sagt Koepp zufrieden.

Und mit welchen Gefühlen schaut Koepp in die Zukunft, in dessen Brust nun zwei Herzen schlagen? „Kommt Zeit, kommt Rat.“ Er hat den Sprung vom Burgtheater in sein kleines „zeitloses Uhrengschäfterl“ geschafft, „das ist mein momentaner Weg, wie es weiter geht, wird man sehen.“