Schüler demonstrieren für Lehrer

Erstellt am 23. Juni 2015 | 13:40
Lesezeit: 3 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Schule
Foto: NOEN, Bilderbox
Mathe-Professor aus Gymnasium wurde wegen angeblich zu „milder Beurteilung“ der Matura suspendiert. Am Donnerstag gehen Schüler am Badener Hauptplatz für ihn auf die Straße.
Werbung

Im Gymnasium Frauengasse in Baden ist ein Mathematik-Professor nach der schriftlichen Matura mit sofortiger Wirkung suspendiert worden. Er soll Arbeiten angeblich zu mild beurteilt haben – die NÖN berichtete (u.a. mit dem vollständigen Brief der Eltern der 7A-Klasse an den Landesschulrat, siehe auch unten):



Das hat zu einem Aufstand unter Schülern und Eltern geführt. Sie haben für Donnerstag eine Protestkundgebung am Hauptplatz der Kurstadt für mehr als 100 Leute angemeldet.

Eltern von anderer Klasse organisieren Demo

Paradoxerweise sind es nicht die Eltern der betroffenen Maturanten, die am 25. Juni ab 17.30 Uhr „gemeinsam in Weiß“ zu einer Demonstration aufrufen, sondern die Eltern jener Schüler, die erst 2016 am BG/BRG Frauengasse in Baden zur Reifeprüfung antreten werden.

In einer unter anderem an Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ), LH Erwin Pröll (ÖVP) und den Landesschulrat abgesandten E-Mail fordern die Eltern der künftigen Maturanten, die Suspendierung des beliebten Pädagogen rückgängig zu machen.

Argumentiert wird einerseits damit, dass dem AHS-Lehrer als engagierten, „aufopfernden und mit Vorbildfunktion“ tätigen Lehrer übel mitgespielt werde. Außerdem sei es unverantwortlich, dass ein Mathematik-Professor, der eine Klasse seit sieben Jahren „unter seinen Fittichen“ habe, ein Jahr vor der Matura vom Dienst abgezogen werde.

Schüler rufen via Facebook zu Solidarität

Andererseits argumentieren die Eltern mit der merkwürdigen Art der Suspendierung. Zunächst seien alle von dem Pädagogen korrigierten Maturaarbeiten von der Kommission samt Vorsitzender „als in Ordnung befunden freigegeben worden“. Erst nach einer anonymen Anzeige hätte man die Maturabögen nochmals anderen Fachleuten zur Korrektur vorgelegt und die wären zu einer anderen, strengeren Benotung gekommen.

Schülerinnen und Schüler rufen nun via Facebook zu Solidarität mit dem Professor auf, der übrigens 2008 bei einem von einem Magazin österreichweit durchgeführten Ranking durch Voting zum „Lehrer des Jahres“ gewählt worden war.

„Diese Behandlung scheint uns ungerechtfertigt, da er weder zu Betrug verholfen hat, noch Matura-Arbeiten verfälscht hat“, heißt es seitens der Schüler auf Facebook, der Professor sei engagiert, hilfsbereit und wichtiger Bestandteil der Schulgemeinschaft, begründen die Jugendlichen ihre Solidaritätskundgebung am Donnerstag.
Werbung