Sauerhof: Investor droht mit Rückzug. Nach negativem Befund für geplante Überdachung des Innenhofes kritisiert Investorenvertreter Kahlbacher das Denkmalamt.

Von René Denk. Erstellt am 24. Oktober 2017 (05:01)
Andreas Fussi, NÖN
Der Sauerhof ist weiter im Dornröschenschlaf. Hoffentlich gibt es kein böses Erwachen. Kleines Bild: Siegmund Kahlbacher.

Siegmund Kahlbacher, CEO der K.Y.A.T.T-Investorengruppe, die bereits einige Häuser in Österreich führt, ist wütend, dass bei der Sanierung des „Grand Hotels Sauerhof“ in Baden wieder ein negativer Befund des Bundesdenkmalamtes für eine Überdachung des Innenhofes erfolgte. Er macht von Baden, wo er ein Fünf-Sterne-Gesundheitshotel machen will, die Zukunft des Schlosses Schwarzenau im Bezirk Zwettl abhängig, das er in ein Deluxe-Hochzeitsschloss verwandeln möchte. Seit Mitte 2016 ist der Schlosskauf geplant.

Investor wittert persönliche Fehde

Jetzt betont Kahlbacher aber, dass es mit dem Projekt um Schloss Schwarzenau doch nichts werden könnte, obwohl das nötige Kapital dafür bereitstehe. Er sei Ende September wieder bestärkt mit Geldern von chinesischen Partnern zurückgekommen, die bei den Projekten auch Erweiterungen und Vergrößerungen zuließen. Kahlbacher: „Ich fange nicht mit einem Projekt an und mache das andere nicht fertig. Da geht es um Investitionen und Gelder, für die ich verantwortlich bin, und diese Verzögerungen kosten Geld. Da geht es ja um Summen!“

Bis Jahresende wolle er bekannt geben, ob er das Schloss kaufe, oder sich zurückziehe. „Das hängt aber vom Bundesdenkmalamt ab, das in Baden ein faules Spiel treibt. Das ist wahrscheinlich eine persönliche Sache, weil ich meinen Mund nicht halten kann. Aber ich zahle so viel Geld, da muss ich auch nicht immer meinen Mund halten. Derselbe Mitarbeiter des Denkmalamtes, der für Baden zuständig ist, ist auch für Schwarzenau zuständig. Das Problem ist eine Person“, sagt Kahlbacher. Bei der Person geht es um Landeskonservator Hermann Fuchsberger, der die Abteilung Niederösterreich des Bundesdenkmalamtes leitet.

„Wenn das so weiter geht, dann weiß ich nicht, ob ich nicht in ganz Österreich den Hut drauf haue und mich komplett zurückziehe."Siegmund Kahlbacher

Es gehe insgesamt um ein Rieseninvestement, welches Fuchsberger verhindere, so Kahlbacher. Er wolle in Österreich nur hochwertige Fünf-Sterne-Häuser installieren und die Touristen aus dem Land der aufgehenden Sonne dafür gewinnen. Dazu sei es aber auch nötig, in Österreich Projekte vernünftig umsetzen zu können. Kahlbacher dankt dem Land Niederösterreich und der Politik, die hinter den Projekten stehe. Langsam habe er für Baden aber keine großen Hoffnungen mehr, das Projekt bis Dezember abzuschließen.

Kahlbacher: „Wenn das so weiter geht, dann weiß ich nicht, ob ich nicht in ganz Österreich den Hut drauf haue und mich komplett zurückziehe. Dann verkaufe ich alles wieder, muss 400 Menschen auf die Straße setzen und gehe in ein anderes Land.“

Bernd Euler-Rolle ist Fachdirektor des Bundesdenkmalamtes und Vorgesetzter von Fuchsberger. Er betont im NÖN-Gespräch, dass der Innenhof des Sauerhofes sehr groß und aufwendig gestaltet sei und eine komplette Überdachung eine doch wesentliche Veränderung und großen Eingriff in diesen außerordentlich gestalteten Hof darstelle.

Euler-Rolle: „War keine Einzelentscheidung“

„Wir wollen die neue Nutzung nicht verhindern. Aus unserer Sicht gäbe es aber genügend andere Varianten für den Betrieb, ohne den Innenhof komplett überdachen zu müssen“, betont Euler-Rolle. Gerade beim Sauerhof sei das Bundesdenkmalamt in vielen Belangen entgegengekommen, „da sollte es nicht an einer Hofüberdachung hängen, ob das Projekt etwas wird oder nicht.“ Das Denkmalamt sei gerne für einen weiteren Dialog bereit.

Zu den Vorwürfen an Fuchsberger betont Euler-Rolle, dass das „keine Einzelentscheidung“ war. Präsidentin Barabara Neubauer und er hätten das mitentschieden und seien sich einig. „Diese Entscheidung ist also breit abgestützt. Persönliche Befindlichkeiten haben damit nichts zu tun“, stellt Euler-Rolle klar.

Auch Landeskonservator Fuchsberger betont, dass das eine Präsidial- und keine Einzelentscheidung war.