Stadttheater-Umbau: Kritik hält an. Stadtrat August Breininger fordert, der Mittelgang zu erhalten und den Gemeinderat mit dem Thema zu befassen.

Von Stefan Jedlicka. Erstellt am 14. Februar 2017 (05:00)
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Stadtrat August Breininger (Bürgerliste „wir badener“). Stadttheater-Direktorin Martina Malzer.
Pohl/NÖN

Neue Sitzreihen und ein behindertengerechter Umbau sollen zur Schließung des Mittelgangs im Badener Stadttheater führen (die NÖN berichtete). Das hat Kritik hervorgerufen, die auch Stadtrat August Breininger (Bürgerliste „wir badener“) unterstützt.

Er spricht von „Unruhe in Theater- und Abonnentenbesucherkreisen“ über die „bescheidene Sitzplatzvermehrung“ und meint: „Während sich dieses für mich unverständliche Vorhaben theoretisch noch verhindern läßt, scheint der bereits erfolgte Abriß des Kassabereiches irreversibel zu sein, was viele Besucher mehr als bedenklich finden.“

Er fordert, den Gemeinderat mit dem Thema zu befassen. „Denn die Stadt Baden – und damit ihre Bürger – sind alleiniger Eigentümer des Gebäudes und für den Erhalt des Hauses verantwortlich.“ Die „Theater Baden Betriebsgesellschaft“, an der die Stadt nur noch eine 24-prozentige Beteiligung hält, das Land NÖ aber 76 Prozent, sei nur für den Spielbetrieb zuständig, betont Breininger.

„Denkmalamt hätte niemals zugestimmt“

„Wenn auch der finanzielle Zuschuß des Landes seit der Übergabe des Stadttheaters samt Namensänderung in Bühne Baden erheblich gestiegen ist, so ging von diesem Mehraufwand nur ein Teil in den Spielbetrieb, das Meiste verschlingt seit 2009 die Verwaltung und die bürokratische Personalvermehrung“, kritisiert der Bürgerlisten-Stadtrat:

„Allein im Kassenbereich sind beinahe alle früheren Kräfte verschwunden und wurden durch fremde Kräfte ersetzt, noch ärger im Bereich Marketing und im Direktionsbüro, wo auch kaum ein Stein auf dem anderen blieb. Deshalb fordere ich die Direktion im Namen vieler Beschwerdeführer auf, den Plan der Schließung des Mittelganges fallenzulassen und den historischen Kassenbereich wieder herzustellen.“

"Massive Verbesserung der Sitzqualität"

Doch Stadttheater-Direktorin Martina Malzer bleibt dabei: „Das Kassahäuschen ist nicht historisch. Es wurde von der Werkstätte im Haus errichtet und ist um die 40 Jahre alt.“ Genauer könne man das Alter nicht mehr verifizieren, weil es keine Aufzeichnungen mehr gebe. „Es war somit kein denkmalgeschütztes Objekt. Sonst hätte das Denkmalamt den Abriss ja niemals zugelassen“, sagt Malzer: „Das ist eine Falschbehauptung, die August Breininger hier aufstellt, das kann ich mit ruhigem Gewissen sagen.“

Den Verlust des Mittelganges (30 Plätze) würde die neu geschaffene achte Reihe fußfrei mit 25 Plätzen wieder wett machen, meint Malzer. „Außerdem darf man nicht außer Acht lassen, dass sich die Sitzqualität für rund 300 Besucher im Parterre massiv verbessert.“ Man gewinne durch die Schließung Plätze mit der besten Sicht. Als Beispiele für Häuser, die diesen Schritt bereits gesetzt haben, nennt sie die Elb Philharmonie in Hamburg oder das Musiktheater Linz. „Der Reihenabstand wird weiter, deshalb müssen die Leute nicht mehr aufstehen, weil man einfacher durchkommt.“

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