Baden sucht Marke

Erstellt am 17. März 2014 | 23:59
Lesezeit: 3 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
440_0008_5765397_bad12j_carmen_3sps.jpg
Foto: NOEN, Fotos: privat
Stadtentwicklung / Experten sollen herausarbeiten, wofür Baden steht. Rund 100.000 Euro für „Markenentwicklung“.
Werbung
Von Stefan Jedlicka

Wofür steht Baden? „Derzeit für alles und nichts“, meint Wirtschaftsbund-Obfrau Carmen Jeitler-Cincelli. „Um eine Positionierung und eine starke Marke zu schaffen, muss endlich strategisch gearbeitet werden,“ fordert sie. Ein „Markenprozess“ sei Grundlage für Badens Weiterentwicklung. Genau dieser soll nun vom Gemeinderat gestartet werden. Kosten: rund 100.000 Euro.

Die Initiative entstand im „Wirtschaftsclub Baden“. Jeitler: „Wir fordern seit Jahren diesen notwendigen Schritt. Bereits im Stadtentwicklungsprozess kam klar heraus, dass es notwendig sein wird, für Baden eine zeitgemäße Positionierung zu finden.“ Es sei vor allem wichtig, externe Spezialisten beizuziehen. Stadträtin Silvia Eitler (ÖVP) ist froh über den nun vorliegenden Antrag im von ihr geleiteten Wirtschaftsausschuss. „Endlich wird der erste strategische Schritt getan.“ Es gehe „nicht um Studien, sondern darum, in einem strukturierten Prozess festzulegen, wofür wir in Zukunft stehen. Wöchentlich andere Entscheidungen aus dem Bauch heraus, wie zuletzt von ,wir badenern‘ ventiliert, sind hier fehl am Platz.“

„Mit jedem Monat verlieren wir Zeit“

Der Markenprozess werde vielfach als Gestaltung eines neuen Logos missverstanden, so Jeitler. Es gehe aber um andere Dinge: „Die Entwicklung eines Selbstverständnisses sowie eines Wirkungsbildes nach Außen. Dadurch können viele erfolgreiche Entscheidungen leichter getroffen werden.“ Die Zeit dränge: „Mit jedem Monat verlieren wir wertvolle Zeit für die wirtschaftliche und touristische Entwicklung unserer Stadt“, so Eitler. Man hoffe auf rege Beteiligung von Schulen, Vereinen, der gesamten Bevölkerung.

440_0008_5765397_bad12j_carmen_3sps.jpg
Carmen Jeitler-Cincelli, Obfrau des Wirtschaftsbundes Baden (Foto links). Stadträtin Silvia Eitler (ÖVP) (Foto rechts).
Foto: NOEN, Fotos: privat

Wenig von diesem Prozress hält hingegen Christine Witty, Klubobfrau der Bürgerliste „wir badener“. Sie fordert: „Schluss mit dieser Studienflut! Nicht Papier, sondern Taten sind entscheidend. Die Markenentwicklungsstudie kostet rund 100.000 Euro. Fast nicht zu glauben“, so Witty, die überzeugt ist: „Was die ?Marke Baden? anlangt, bedarf es nur eines: Sich endlich auf Authentizität besinnen, auf das konzentrieren, was Baden so einzigartig macht: das Badener Flair – eine spürbare Atmosphäre, die Wohlbefinden, Genuss und Lebensfreude vermittelt.“ Dieses Lebensgefühl der „heilen Welt“ solle zur Marke erhoben werden.

Werbung