Baden: Theater am Steg als "Haus der Vereine". Mit einer neuen Idee lässt ÖVP-Bürgermeister Stefan Szirucsek aufhorchen. Am Dienstag kündigte er an, das Theater am Steg erweitern und zum „Haus der Vereine“ ausbauen zu wollen.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 21. Januar 2020 (13:53)
Bürgermeister Stefan Szirucsek nach einem ersten Treffen mit Vereinsvertretern mit Ombudsfrau und No Problem-Obfrau Maria Rettenbacher, Linda Schaffer (Voix célestes), Nina Breitenseher (Kids & Co) sowie Jugendombudsmann Dominik Gschiegl.
psb/sap

Vielseitig, offen und lebendig ist das Programm, das im Theater am Steg übers Jahr verteilt geboten wird. Ausstellungen, Vorträge, Konzerte und Theateraufführungen erfüllen die Räumlichkeiten in der Johannesgasse 14 ebenso mit Leben wie Faschingsfeste oder Jazz-Abende. Nun soll das Haus nicht nur räumlich, sondern auch inhaltlich aufgewertet und erweitert werden.

Möglich gemacht werden soll das Vorhaben, indem das Gebäude zwischen Theater am Steg und der ehemaligen Pension Johannesbad dafür genutzt werden soll. „Mit der Erweiterung des Theater am Steg um das nächste Gebäude in der Johannesgasse wird das, ‚Haus der Vereine‘ entstehen - ein für Badener Vereine offenes Haus“, kündigt Szirucsek an. Durch die direkte Anbindung stünden den Vereinen auch die beiden Säle des Theater am Stegs in noch größerem Ausmaß zur Verfügung, erklärt der Bürgermeister. „Davon profitiert auch das Projektcafé der Lebenshilfe“, ergänzt er.

Haus der Vereine mit neuen Möglichkeiten

„In Baden findet man eine starke Zivilgesellschaft sowie eine vielfältige Vereinslandschaft vor, die stetig wächst. In den letzten drei Jahren habe ich gemerkt, dass der Bedarf von Badener Vereinen und Initiativen an geeigneten Räumen für Treffen, Beratungen, Besprechungen und Veranstaltungen zunimmt“, berichtet der Bürgermeister. Mit dem „Haus der Vereine“ würde man „die Möglichkeiten für Vereine in Baden auf eine völlig neue Ebene heben“, glaubt Szirucsek.

Die geplante Erweiterung wurde in ihren ersten Schritten bereits in Angriff genommen, informiert er. So habe bereits ein erstes persönliches Gespräch mit interessierten Vereinen sowie ein Lokalaugenschein stattgefunden. „Wie erwartet ist dieses Projekt auf breites Interesse gestoßen. In den nächsten Wochen möchte ich weitere Gespräche führen und die Bedürfnisse und Anforderungen mit interessierten Vereinen im Detail ausloten“, berichtet Szirucsek.

Grünen wollen Jugendbühne

Auch andere Fraktionen haben das Theater am Steg in ihrem Wahlprogramm. Die Grünen zum Beispiel schlagen vor, das Theater am Steg „als neue Heimat der BiondekBühne“ zur Verfügung zu stellen, in Absprache mit anderen Vereinen und Nutzern. Das bisher bunte Veranstaltungsprogramm soll beibehalten werden, allerdings der Schwerpunkt auf einer Jugendbühne „als kreativer Entfaltungsraum im Zentrum der Stadt“ liegen. Vereine, deren Kernbereich die Arbeit mit Jugendlichen sei, müssten – vor allem bei ihrem Wunsch nach besseren Räumlichkeiten – stärker unterstützt werden, ist Gemeinderat Stefan Eitler überzeugt. Desweiteren soll eine Chill Out-Area ohne Konsumzwang im Foyer des Theater am Stegs errichtet werden.

Dazu passend würden die Grünen gerne das angrenzende Johannesbad (ehemalige Pension im Eigentum der Stadt, die zuletzt als Flüchtlingsunterkunft, Stichwort „Haus der Frauen“, diente, Anm.) als „Haus der Jugend“ umfunktionieren. „Tiny Living“ nennt Eitler als Vorbild, mit kleinen Zimmern zur kurzfristigen Einmietung. Diese Art moderne Jugend-Herberge würde auch internationalen Teilnehmern von BiondekBühnen-Produktionen zugutekommen.