Traubendieben wird der Kampf angesagt. Johannes Knollmüller wurde von der Stadt beauftragt, als Feldschutzorgan für die Sicherheit auf Badens Feldern zu sorgen.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 10. September 2020 (03:40)
Bürgermeister Stefan Szirucsek und Stadtamtsdirektor Roland Enzersdorfer mit neuem Feldschutzorgan der Stadt, Johannes Knollmüller.
psb/sap

Wie bereits mehrfach berichtet, wurden Badens Weingärten und Felder vor allem seit dem coronabedingten Lockdown im März vermehrt zum Ziel unbefugter Benützung und Diebstahls. So lassen zum Beispiel vermehrt viele Hundebesitzer ihre Vierbeiner außerhalb von Siedlungsgebieten ohne Leine und Maulkorb laufen und gefährden damit den Tierbestand. Die Winzer berichten aber auch über eine sprunghaft angestiegene „Selbstbedienung“ bei Weintrauben, ja sogar ganzer Weinreben, die in jüngster Zeit überhandnahm.

„Daher hat sich der Weinbauverein diesbezüglich bei mir gemeldet und um Unterstützung gebeten“, erläutert Bürgermeister Stefan Szirucsek (ÖVP) seine Beweggründe, Johannes Knollmüller als neues Feldschutzorgan anzugeloben.

„Herr Knollmüller ist bereits als Jagdschutzorgan tätig und verfügt als Polizist auch über ein hohes Maß an Know-how, wenn es darum geht, bei Fehlverhalten einzuschreiten und auch entsprechende Maßnahmen zu setzen“, begründet Szirucsek.

Die Weingartenhüter, in Ostösterreich auch Hiata genannt, haben eine lange Tradition (siehe Infobox). Die heutigen Feldschutzorgane arbeiten ehrenamtlich und sind mit einem Ausweis ausgestattet. Sie dürfen Personen, die einer unbefugten Benützung, Verunreinigung, Beschädigung, Vernichtung oder Aneignung fremden Feldgutes verdächtig erscheinen, zum Zwecke der Feststellung der Identität anhalten und Anzeige erstatten. Ebenfalls sind Feldschutzorgane dazu befugt, zum Zwecke der Vorführung vor die zur Durchführung des Strafverfahrens zuständige Behörde festzunehmen, wenn der Betretene im Verdacht steht, dass er sich der Strafverfolgung zu entziehen versucht oder trotz Abmahnung in der Fortsetzung der strafbaren Handlung verharrt oder sie zu wiederholen sucht.

Der von der Bezirkshauptmannschaft verhängten Strafrahmen beträgt bis zu 1.500 Euro.