Trauer um Stefan Bukovac: „Er war Gott immer nahe“. Der Architekt Stefan Bukovac (82) ist am 17. März nach einem Sturz verstorben. Sein Leben war besonders und erfüllt.

Von Sandra Sagmeister. Erstellt am 04. April 2019 (05:50)
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Diesen freundlichen Blick werden viele vermissen: Stefan Bukovac ().
Dusek

Seine Erscheinung wird fehlen! Wenn er mit wallendem Mantel und Haube durch die Stadt schritt. Er hatte sein tägliches Ritual: Kirche, Bank, Apotheke, Kaffee. Zu seinem Begräbnis kamen am Freitag viele Kollegen und Vertreter der Kirche und des Kulturvereines.

Er war ein Mensch, mit großem Herzen, hat er jemanden in seine Herde „aufgenommen“, war man stets gut behütet von ihm: „Unser Papa war ein warmherziger, liebevoller, impulsiver und manchmal schrulliger Mensch, der Gott nahe war, und den Gott so zu sich nahm, wie er es sich gewünscht hatte, ohne Schmerzen, ohne lange Leiden und mit der Möglichkeit, sich von seinen Allerliebsten verabschieden zu können“, fassen Barbara und Katharina Bukovac in ihrem gemeinsam geschriebenen Nachruf zusammen.

Bukovac hat in der Region einige bedeutende architektonische Spuren hinterlassen, wie die oftmals prämierte Kirche in Leesdorf, das Bildungszentrum in Perchtoldsdorf, der Kindergarten in Heiligenkreuz oder das „Prokopp Haus“ am Mitterberg in Baden. Ein schlichter Bau, der den japanischen Purismus schon lange vor seinem Boom baulich erfasste: „Er war Architekt mit Leib und Seele, oft seiner Zeit voraus und sehr eigenwillig, weil er seine Visionen durchsetzen wollte, sehr konsequent. Damit machte er es sich nicht immer leicht, er eckte an, riskierte auch, dass seine Siegerprojekte nicht realisiert wurden, aber er blieb seinen Prinzipien treu“, berichten seine Töchter.

Als die traurige Nachricht vom Tod die Runde machte, kamen die Menschen in die Wassergasse und zündeten vor seinem Büro Kerzen an und legten Blumen nieder. Bukovac ist in der Wassergasse aufgewachsen, das war seine Heimat. Seine erste einschneidende Reise war die Maturareise nach Rom. Eigentlich sollte er den elterlichen Installateurbetrieb übernehmen, aber die Architektur in Rom hat es ihm so angetan, dass er Architektur studierte.

Bukovac hat seinen Weg als Architekt selbst gestaltet, hat an vielen Wettbewerben teilgenommen. Bei einem Bewerb musste er sich allerdings geschlagen geben: Seine Konkurrentin war keine Geringere als Zara Hadid, dabei ging es um einen Uni-Bau in Hong Kong.

Die heilige Seelenmesse wird am Freitag, 5. April, um 18.30 Uhr in „seiner“ Pfarrkirche St. Josef, Leesdorfer Hauptstraße, gefeiert.