Urwald mitten in Österreich fotografiert

Aktualisiert am 03. Juli 2022 | 11:58
Lesezeit: 3 Min
Der 20-jährige Fotograf Gregor Schörg präsentierte im Kurpark sein im Rahmen des Badener Fotofestivals laufendes Projekt über das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal.
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Vorigen Samstag erfolgte der Auftakt zu den „Artist-Talks under the open sky“ durch Lois Lammerhuber mit Gregor Schörg im Rahmen des Festivals La Gacilly-Baden Photo.

Gregor Schörg zeigte seine behutsam und ausschließlich mit der Drohne fotografierten Aufnahmen eines der größten Urwälder Mitteleuropas. Das Gebiet wurde im Juli 2017 zum UNESCO-Weltnaturerbe erhoben. Wildbiologin Nina Schönemann und Reinhard Pitzl gaben zusätzliche Informationen zu dem sensiblen Ökosystem.

„Grund genug für das Festival, Schörg Junior damit zu betrauen, etwas zu fotografieren, das so schützenswert ist, dass es so gut wie nicht betreten werden soll, das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal“
Lois Lammerhuber

Gregor Schörg ist sozusagen mit der Kamera in der Hand an der Seite seines Vaters Christian Schörg aufgewachsen, dem Innungsmeister der NÖ Berufsfotografen. Vor drei Jahren hat ihn das Drohnen-Fieber gepackt, eine Leidenschaft, die ihm den 2. Platz beim Bundeslehrlingswettbewerb für Jungfotografen 2021 eingebracht hat. „Grund genug für das Festival, Schörg Junior damit zu betrauen, etwas zu fotografieren, das so schützenswert ist, dass es so gut wie nicht betreten werden soll, das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal“, schildert Fotofestival-Chef Lois Lammerhuber.

Es sind „die endlosen perspektivischen Möglichkeiten“, die Schörg faszinieren und die er nutzt, um dem Wildnisgebiet ein zweiteiliges visuelles Denkmal zu setzen: Der Winter ist das Thema beim Festival heuer. Frühling, Sommer und Herbst werden 2023 gezeigt.

Niederösterreich feiert sein 100-jähriges Bestehen, der Urwald Rothwald existiert seit tausenden von Jahren. Das Grenzgebiet zwischen Steiermark und Niederösterreich hat eine wechselvolle Geschichte. Die Urwälder ganz Mitteleuropas wurde über Jahrhunderte so massiv genutzt, dass sie bis Ende des 19. Jahrhunderts auf 400 Hektar zusammengeschrumpft waren. Albert Rothschild kaufte 1875 die Waldflächen rund um Gaming und Göstling/Ybbs.

Als visionärer Naturromantiker erkannte er die Bedeutung dieses Urwaldrestes, der seit der letzten Eiszeit vom Menschen unberührt geblieben war. Gegen den Zeitgeist verbot Rothschild die Nutzung dieses Waldes. Im Einvernehmen mit der Familie wurde das Schutzgebiet ab 1988 schrittweise erweitert. 1942 unter Schutz gestellt, wurde das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal 2001 mit 1152 Hektar Fläche etabliert. Im Vorjahr wurden weitere 7000 Hektar eingegliedert.

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