Vorfreude aufs Fotofestival. Stadtführung und Festivalleitung feiern mit „La Gacilly Baden-Photo“ Wiedergeburt im Großformat.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 08. Juli 2020 (04:34)
Stefan Szirucsek, Helga Krismer und Lois Lammerhuber tauchen ein in die faszinierenden „Unterwassergeher“-Welten von Franck Seguin.
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Wie berichtet, startet Europas größtes Fotofestival Corona-bedingt erst am 14. Juli, dauert dafür bis 26. Oktober. VP-Bürgermeister Stefan Szirucsek, Vizebürgermeisterin Helga Krismer (Grünen) und Festivaldirektor Lois Lammerhuber präsentierten im Doblhoffpark die Höhepunkte.

„Niemals aufgeben“ lautet das Motto des Festivals, das die Arbeiten der weltbesten Fotografen in zwei Bilder-Zyklen vereint –„Im Osten viel Neues“ und „Renaissance-Wiedergeburt“. Letzteres ist für Szirucsek hochaktuell: „Nach den von der Coronavirus-Pandemie geprägten Monaten erleben wir selbst gerade eine Form der Wiedergeburt. Daher treffen die in diesem Jahr gezeigten Fotografien den Puls der Zeit besonders gut.“

Als Beispiel für die Aktualität greift der Stadtchef die Bilderwelt „Borderline“ von Valerio Vincenzo heraus: „Im zusammenwachsenden Europa sind Grenzen zunehmend verschwunden. Covid-19 hat uns vor Augen geführt, wie ungewohnt geschlossene Grenzen für uns geworden sind. Die Bilder von Vincenzo zeigen uns, dass Grenzlinien vor allem in unseren Köpfen existieren.“ Aber auch die Auswirkungen einer überbordenden Tourismuswirtschaft auf das Weltklima sind Thema, etwa in der Galerie „The Tourism of Climate Change“ von Marco Zorzanello: „Diese Bilder sind eine eindringliche Warnung, dass wir zum Handeln aufgefordert sind. Durch aktives Zutun können wir verhindern, dass uns die Klimakrise mit noch größerer Wucht trifft“, beschreibt Vizebürgermeisterin Krismer.

Auf der Fassade des Thermalstrandbades werden wieder die einzelnen Ausstellungen des Fotofestivals in Baden präsentiert.
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Der Fotozyklus „The man who walked under water“ von Franck Seguin zählt für Szirucsek zu den Highlights: „Diese Galerie entführt uns in eine andere Welt“, schwärmt er und lädt mit Krismer die Besucher ein, nach Baden zu kommen. Das Stadtzentrum und die Parkanlagen Badens „bieten Kunst- und Naturerlebnisse, die wir gerade jetzt, in dieser herausfordernden Zeit, dringend nötig haben.“

Lammerhuber dankte allen Verantwortlichen für die neuerliche Zusammenarbeit. „Baden ist das bessere Gacilly, sagen manche“, schildert er und präzisiert: „Was Baden auszeichnet, ist diese Homogenität.“ Angesichtes der aktuellen Umstände werde der Verein heuer auf die Ausfallhaftung verzichten.

Jeder Euro wird sehr sorgsam verwendet

„Wir gehen mit jedem Euro sorgsam um“, betont Lammerhuber. Die Kosten für die Stadt beschränken sich laut Szirucsek auf 150.000 Euro Förderung und 100.000 Euro Sachleistungen. Das Festival habe eine Strahlkraft, würdigt Lammerhuber. So werden Teile Ende Oktober bei Ungarns größter Kunstmesse gezeigt und im November beim „Monat der Fotografie“ in Bratislava. Auch eine Sonderrausstellung mit Albertina und ORF sei geplant. „Ich bin megastolz“, sagt Lammerhuber.

Aufbau der Fotoflächen von Sergey Prokudin-Gorski neben der Orangerie im Rosarium.
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