„Wann i so z´ruck denk“: „Solo“ Senekovics' Memoiren

Memoiren eines Badener Originals: Peter „Solo“ Senekovic zum 85. Geburtstag am 7. Oktober. Eine ungewöhnliche Gratulation von Altbürgermeister August Breininger.

Erstellt am 09. Oktober 2021 | 05:29

Am 7. Oktober 1936 in Baden, Beethovengasse 2, geboren, legte unser bekannter Badener Mitbürger Peter Senekovic, im Volksmund auch „Solo“ genannt, seinen „Beitrag zur Zeitgeschichte“ unter dem Titel „Wann i so z´ruck denk“ in Form einer selbstverlegten Broschüre vor, die es in sich hat. Sie bildet seine bereits zweite Zwischenbilanz eines mutigen und ereignisreichen Lebens, das wir Badener und auch die Heiligenkreuzer/Siegenfelder Mitbürger sowie die regionale Sportwelt mitverfolgen konnten.

Vor 10 Jahren beschrieb er unter „Lachen und Weinen“ seine spannenden Sporterlebnisse als Aktiver und als Funktionär. Hinter der neuen Broschüre verbirgt, nein, eröffnet sich, wie nicht anders zu erwarten, ein kritischer und unangepasster Bürgersinn und des Autors typische Art, „Tacheles“ zu reden. Als Motto dient ihm das Zitat Balzacs: „Es gibt zwei Arten der Geschichtsschreibung: Die offizielle und eine, wie es wirklich war!“ So kritisch schreibt nur jemand, der die Hitlerzeit ebenso überstanden hat wie die sowjetische Besatzung und der seit 85 Jahren viel bewundert, aber auch viel gescholten wurde. Der Erzähl-Stil? Enorm subjektiv, aber dafür auch kurzweilig und ohne Pathos. Typisch Solo eben.

Der zweitälteste Sohn von Hertha Schüch und Gottfried Senekowitsch wuchs als Bruder weiterer drei Geschwister in der Eugengasse auf, absolvierte in Baden Volksschule und Realgymnasium, studierte an der TH Wien und arbeitete immer fleißig am Bau, als Ferialpraktikant, in der Länderbank, der Volksbank und lange als Taxifahrer. Daneben aber ideell stets für Vereine wie Katholische Jugend, Dorfverein Heiligenkreuz, ÖKB, ÖTB Leichtathletikverband, Verste Rohr und war unstreitbarer Motor der Renovierung von St. Helena. Politisch eckte er oft und gerne an, wie etwa als ÖVP-Vizebürgermeister und Gemeinderat in Heiligenkreuz.

Der Leser spürt hinter dem knappen Stil einen belesenen, gebildeten und tief gläubigen Autor und österreichischen Patrioten, der seine ziemlich erfolgreiche Sportkarriere bescheiden ebenso herunterspielt wie sein vielfältiges Engagement in lebenslanger Jugendarbeit. Trotz stets streitbarer Kritik an unserer Gesellschaft und etlicher Personen lässt die Publikation auch Versöhnlichkeit und Selbstironie durchblicken.

Wie und wo man das Büchlein erhält? Bei seinen Turnbrüdern im ÖTB Leichtathletik und bei der Begegnung mit ihm selbst. Gegen eine freie Spende, die er, wieder typisch Solo, nicht für sich zur Abdeckung seiner Spesen behält, sondern in die Sportjugendarbeit investiert.

Lieber Peter, möge Dein Lebens-Marathon im aufrechten Gang noch weitere 85 Jahre andauern!