Regen machte den Winzern viel Arbeit. Der Jahrgang 2014 erforderte viel Handarbeit. Durch große Regenmengen werden die Weine eher leicht und fruchtig.

Von Sonja Pohl. Erstellt am 16. Oktober 2014 (07:05)
NOEN, Sonja Pohl
Badens Weinbauvereinsobmann Rudolf Gehrer.
Nach einem äußerst milden Winter und einem regenreichen Sommer fürchteten viele Winzer im Land um den diesjährigen Ernteertrag. „In unserer Gegend war die Vegetation nicht ganz so dramatisch, obwohl sich gerade der reichliche Niederschlag auch im Glas bemerkbar machen wird“, weiß Badens Weinbauvereinsobmann Rudolf Gehrer.

Bei den regionalen Klassikern war Handarbeit gefragt

Die Lese ist derzeit voll im Gange. Und obwohl mehr als üblich ausgedünnt werden musste, sind Badens Weinhauer dennoch zufrieden: „Die Feuchtigkeit im Sommer hat zwar mehr Laubarbeit erfordert, um Fäulnis zu vermeiden, durch viel Sonne im Frühjahr zeigen die Reben aber einen schönen, resistenten Wuchs“, so Gehrer.

Gerade bei den regional typischen Sorten Neuburger, Weißburgunder und St. Laurent war dann allerdings umso mehr Handarbeit gefragt, um die Rebstöcke so zu entblättern, dass die Trauben ausreichend Sonne und Wind erhalten, aber dennoch geschützt reifen konnten.

„Der Ertrag der Weinlese konnte mit jenem der vergangen Jahre mithalten“, verrät Gehrer. Mit der Witterung am besten zu Recht kamen Zierfandler und Rotgipfler und auch die typischen Frühsorten Rivaner, Bouviers und Riesling. „Generell werden die Weine des Jahrgangs fruchtiger und leichter sein“, blickt der Weinbauvereinsobmann voraus.

Besondere Kunst beim „Gemischten Satz“

Zur Verkostung gelangen die ersten Vorboten des Weinjahres ab Mitte November, also exakt zur traditionellen Weintaufe. Im Frühjahr 2015 werden die ersten Rotweine der Sorten Portugieser und Zweigelt folgen. Und obwohl das Weinjahr 2014 kein ausgewiesenes Süßweinjahr wird, werden auch einige Spätlesen in den Fässern der Winzer vergoren.

Die Kunst von Badens Winzern ist beim so genannten „Gemischten Satz“ gefragt, bei dem im Unterschied zur Cuvée, verschiedene Rebsorten im Weingarten zusammen gelesen und weiterverarbeitet werden. „Das Schöne daran ist, dass sich dabei jedes Jahr eine andere Sorte in den Vordergrund kehrt und damit kaum ein Gemischter Satz jenem des Vorjahres gleicht“, freut sich auch der Weinbauvereinsobmann.