Welterbe in Griffweite: UNESCO-Entscheidung am Samstag. Kommenden Samstag ab cirka 13.30 Uhr tagt die UNESCO-Jury, ob Baden zum Weltkulturerbe erhoben wird und sich zu den „Great Spas of Europe“ zählen darf.

Von Sandra Sagmeister. Erstellt am 22. Juli 2021 (05:36)
Web-Artikel 216313
Stadttheater Baden.
NOEN

Die für Baden viel entscheidende Sitzung der UNESCO-Jury findet am Samstag online statt - aller Voraussicht nach wird um 13.30 Uhr darüber beratschlagt. Dann weist sich, ob Baden eines von elf „Great Spas of Europe“ wird, ein Adelstitel, der dem Kur-Tourismus und der Stadt als schützenswertes kultur- und gesellschaftshistorisch bedeutendes Städtchen verhängt wird.

Es soll für Baden eine Zündschnur in eine touristische Zukunft sein. Lange wartet man schon, gründlich mahlen die UNESCO-Mühlen: „Die Chancen stehen gut“, sagt Stadtrat Hans Hornyik, ÖVP, der sich seit 2013 in den Beitrittsprozess getigert hat. Baden habe seine Hausaufgaben gemacht, hat den Bebauungsplan und die Schutzzonen angepasst und ausgeweitet, um sein historisch wertvolles Erbe zu bewahren.

Hornyik hat nicht locker gelassen, Antrags- und Nominierungsdossiers gestellt, einen neuen Bürgermeister davon überzeugt und hat sich die anderen „Great Spas“ angesehen. Auch allfällige Kritik hat er gelassen eingesteckt: „Es gibt immer Menschen, die begeistert sind und andere sind es eben nicht.“ Aber was ist so schützenswert und besonders an dem ehemaligen Kurstädtchen von Weltrang?

Es sei das Gesamtkunstwerk Baden, nicht nur mit seinen vielen ehemaligen Badeanstalten, sondern auch die Infrastruktur, die rundherum entstanden ist, den vielen Villen und natürlich seinem gelben Gold, dem Schwefelwasser: „Das Wasser ist unser bestes Kapital, das kann uns niemand nehmen, das kommt einfach von alleine an die Oberfläche“, in anderen Orten müsse man mühselig das Thermalwasser hochpumpen. „Wenn wir UNESCO-Weltkulturerbe werden, dann ist das das stärkste Tourismuslabel für Baden und ein Weg, sich auf seine touristischen Stärken zu besinnen.“

Seit Jahrhunderten gibt es eine Art Kurtourismus, der sich in einer Rhythmik von 70 Jahren verändere.

Zuletzt war Baden in den 1920er-Jahren ein Ort des intellektuellen Bürgertums. 100 Jahre später ist der Wellness-Urlaub bereits in eine neue Phase getreten und, geht es nach Plan, startet diese nächste Woche mit dem UNESCO-Zeichen davor ...