110 Jahre Einkehr-Ort

Erstellt am 10. April 2022 | 05:51
Lesezeit: 3 Min
Ralph und Franz Malcher ebneten Weg für Schutzhaus des Alpenvereins Baden.
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im Jahre 1907 beschloss der Zweig Baden des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins genau zwei Jahre nach seiner Gründung, eine eigene Schutzhütte zu bauen und dadurch einen möglichst unbekannten Teil der Alpen zu erschließen.

Die Brüder Ralph und Franz Malcher aus Baden erkundeten von München über Innsbruck bis Meran einen Hüttenbauplatz, der alle spezifischen Anforderungsprofile wie Erreichbarkeit, Lawinensicherheit, zu schließende Lücken im Wegenetz, etc. aufwies.

Ihre Wahl fiel auf das Froßnitztal in Osttirol. Am 18. Juli 1910 erfolgte der erste Spatenstich am Hüttenbauplatz in Mödling, am Grund der Baufirma L. u. R. Höfler G.m.b.H..

Die Hütte wurde im Dezember 1910 in Mödling gebaut, Anfang Jänner 1911 wurde sie aber wieder zerlegt und mit der Bahn nach Matrei in Osttirol transportiert. Es galt, 45.000 kg Baumaterial auf 2.608 Meter Höhe zu bringen. Wegen der schlechten Wegeverhältnisse wurden nur 8.000 kg von Tragtieren befördert, die restlichen 37.000 kg wurden von Menschen auf eine Höhe von 2.608 m getragen. Besonders erwähnenswert ist die Trageleistung von Johann Gandler aus Neunkirchen im Pinzgau.

Er trug sechs Wochen hindurch täglich durchschnittlich 102 kg auf den Berg, an einem Tag 142 kg, das schwerste Stück, den Trockenschrank.

Die Hütte kostete samt Inventar rund 30.000 Kronen. Davon wurde etwa ein Drittel vom Hauptverein als Unterstützung zur Verfügung gestellt. Das zweite Drittel wurde als Darlehen von Ralph Malcher gegeben. Mit Spenden, Benefizveranstaltungen und der Bausteinaktion wurde das restliche Drittel aufgebracht.

Heute geht es wieder ums’ Geld – um die Hütte zukunftsfit zu machen, muss der Verein in die Abwasserreinigungsanlage investieren. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf 180.000 Euro. Die Stadt Baden unterstützt mit einem Zuschuss von 15.000 Euro. Anlässlich des 110-Jahres-Jubiläums lädt die Sektion Baden am 20. August alle Einheimischen, Gäste, Freunde und Förderer auf die Badener Hütte ein.

„Dann soll genauso ausgelassen gefeiert werden wie nach der Einweihung der Hütte am 5. August 1912“, betont Reinhard Ploderer von der Sektion Baden.

Über der Badener Hütte tobte damals ein schweres Gewitter, in der Hütte feierte man mit Musik, Tanz, Tiroler Knödelsuppe, Kalbsbraten mit Reis und Salat und einer Karlsbader Torte. 1982/83 wurden etliche Zu- und Anbauten vom Haupthaus entfernt und durch einen schönen Vorbau ersetzt. In zwei gemütlichen Gasträumen bzw. auf der Terrasse versorgt Hüttenwirt Max die Tages- und Übernachtungsgäste mit kulinarischen Genüssen, Wein aus der Thermenregion inklusive.

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