Große Trauer um Karl Maria Kinsky Senior. Der Badener Schauspieler, Kabarettist, Autor, Sänger und Unternehmer Karl-Maria Kinsky ist in der Nacht auf Freitag nach schwerer Krankheit friedlich entschlafen. Erst am 21. März hatte er den 66. Geburtstag gefeiert. Bekannt wurde der unter anderem durch die Darstellung des Herrn Karl, als Interpret der „berühmtesten Qualtingerlieder“ (Bronner/Wehle) sowie durch seine Darstellung des „Josef Lang - K.u.K. Scharfrichter“.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 09. April 2021 (15:49)
Im Oktober 2019 wurde der heute, 9. April, verstorbene Karl Maria Kinsky Senior für sein langjähriges, herausragendes Engagement beim Kriegsopfer- und Behindertenverband Baden ausgezeichnet.
psb/steinberger

Kinsky entstammt väterlicherseits dem böhmischen Uradelsgeschlecht Kinsky. Er wuchs in seinem Geburtsort Baden auf, wo er auf die Hauptschule ging und nach dem Pflichtschulbesuch eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann machte. Später nahm er Schauspielunterricht und legte die paritätische Bühnenreifeprüfung ab. 

Nach verschiedenen Jobs eröffnete er im Jahre 1982 das Lokal „Gute Stube“ in Bad Vöslau, das weit über die Stadt hinaus bekannt war und für viele ein Teil ihrer Jugend war. „Das war angewandte Jugendarbeit, da wurde ich zum ersten Mal wirklich politisch motiviert. Seither bin ich Kosmopolit mit einem starken Linkstouch und übersteigertem Rechtsempfinden. Die Schwachen haben bei mir immer Vorrang. Nur wenn sie von rechts kommen, fehlt mir der Humor“, beschrieb sich Kinsky 2011 in einem NÖN-Interview mit dem im Vorjahr verstorbenen Top-Journalisten Thomas Jorda - 

Mitte der Neunzigerjahre begann Kinsky mit Fritz Zaun Kabarett zu spielen. 1998 trat er zum ersten Mal als Schauspieler auf, nachdem er wegen einer schweren Krankheit nach Indien gegangen war. Seine Tätigkeit als (politischer) Kabarettist beendete er im Jahre 2000.

Als Schauspieler war Karl Maria Kinsky in verschiedenen TV-Produktionen, wie Medicopter, Bezirksrichterin Julia, König Otto, Liebe, Lügen, Leidenschaften oder als „Peitschenpaul“ (in der ORF-Serie Tom Turbo) zu sehen und arbeitete mit Regisseuren wie Peter W. Hochegger, Werner Boote, Rainer Hackstock und Robert Dornhelm zusammen.

Von 1995 bis 2010 gehörte Kinsky dem Ensemble des Parndorfer Kultursommers an. Auch war er Teil des Ensembles „Burg Forchtenstein fantastisch“, das bei den Festspielen auf der Burg Forchtenstein im Burgenland auftrat. In den letzten Jahren arbeitete er mit dem Regisseur Bruno Max (Theater zum Fürchten) zusammen. Kinsky gehörte seit 2010 zum Stammensemble des Stadttheaters Mödling. 

Neben der Schauspielerei war Kinsky die letzten Jahre als Unternehmer aktiv und leitete den Actors Hanf & Dampfshop in Baden und kurze Zeit auch in Bad Vöslau. Auch sozial war er sehr engagiert, unter anderem als langjähriger Obmann des KOBV Baden (Kriegsopfer- und Behindertenverbandes).

Der begeisterte Stammkunde des Gasthauses Maschler in Wienersdorf (Stichwort „Karliteller“) hat zwei leibliche und ein angenommenes Kind und lebte mit seiner Lebensgefährtin in Baden. Den ersehnten Saisonbeginn heuer im Badener Strandbad, wo er im Sommer seine arbeitsfreie Zeit meistens verbracht hat, hat er nicht mehr erlebt.