Eichenauer geht in Pension: „Fad wird mir sicher nicht“

Facharzt Manfred Eichenauer tritt den Ruhestand an. Gespräch über Werdegang, Hobbys und Pläne.

Erstellt am 03. Januar 2021 | 04:52
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Manfred Eichenauer und sein Nachfolger Florian Kutscha-Lissberg.
Foto: Schörg

Mit Ende dieses Jahres geht der bekannte Badener Orthopäde Dr. Manfred Eichenauer in Pension. Die Ordination hatte er mehr als 32 Jahre und übergibt sie nun an seinen Nachfolger Florian Kutscha-Lissberg.

NÖN: Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen, war Orthopäde und Chirurg zu sein, immer schon Ihr Traumberuf?

Manfred Eichenauer: Schon im Gymnasium habe ich mich für Medizin interessiert und daher auch in Naturgeschichte (so hieß Biologie damals noch) maturiert. Nach dem Studium in Wien bin ich nach Innsbruck übersiedelt und mehr per Zufall auf die Orthopädie gekommen, da dort gerade eine Stelle frei war. Dieses Fach, die Operationen und auch die Kameradschaft haben mich dann so fasziniert, dass ich dabei geblieben bin.

Wann sind Sie nach Baden gekommen?

Eichenauer: Im Sommer 1988 – damals der Neue und auch der Jüngste von drei Orthopäden im Bezirk Baden. Wahlärzte gab es zu dieser Zeit keinen einzigen.

32 Jahre haben Sie in Baden die Ordination – was hat sich in der Zeit für Sie in der Praxis geändert?

Eichenauer: Mein Fach und mein Beruf haben mir bis zuletzt Freude gemacht. Aber die Begehrlichkeit der Patienten ist rasant gestiegen, ebenso wie die Lebenserwartung. Und dadurch kamen zuletzt noch viel ältere Menschen zu mir als vor drei Jahrzehnten. Und im Gesundheitssystem hat sich auch Vieles zum Negativen verändert, vor allem die administrative Belastung.

Was waren in Ihrer Berufslaufbahn die Höhepunkte?

Eichenauer: Sicher war die Zeit bis etwa 2005, als ich noch viel in Wien operiert habe, die schöneren Jahre. Weil man durch Operationen oft schlagartig den Leidensdruck von Patienten wegzaubern konnte und operativ zumeist sehr schöne Ergebnisse zu erwarten waren.

Ihr Beruf ist ein sehr anstrengender, wie haben Sie es geschafft, Beruf und Familie gut unter einem Hut zu bringen?

Eichenauer: Als ich die ersten 17 bis 20 Jahre, wo ich teilweise noch einen Oberarzt-Job bei Professor Salzer hatte, noch viel operierte und auch die Ordinationszeiten noch deutlich länger waren als danach, habe ich meine Frau und Kinder leider viel zu wenig gesehen. Ich glaube aber, dass ich trotzdem immer da war, wenn sie mich gebraucht haben. Die letzten Jahre war diese Situation enorm besser.

Welche Hobbys haben Sie und wie wichtig sind sie für Sie?

Eichenauer: Musik hören, Opern und Konzerte besuchen, selbst singen (ich bin bereits 30 Jahre im Kirchenchor Baden St. Stephan), Reisen mit Schwerpunkt Kulinarik und Kultur, dabei filmen und Filmdokumentationen erstellen, Krimis und Sachbücher lesen und so weiter. Fad wird mir sicher nicht.

Welche Pläne haben Sie im Ruhestand, auf was freuen Sie sich besonders?

Eichenauer: Ich werde sicher keinen Pensionsschock erleiden. Pläne sind, meine Hobbies vermehrt zu pflegen (sobald die Umstände dies wieder zulassen), Haus und Garten auf Vordermann zu bringen und mehr Bewegung zu machen. Außerdem – und das ist zunehmend wichtiger für mich – haben wir zwei kleine Enkelkinder, um die sich meine Frau und ich jetzt vermehrt kümmern können. An dieser Stelle möchte ich mich auch bei meiner Gattin Margarita bedanken, die sowohl beruflich als auch privat immer an meiner Seite gestanden ist – ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen.

Was können Sie über Ihren Nachfolger Florian Kutscha-Lissberg sagen?

Eichenauer: Uns verbindet nicht nur, dass wir Fachkollegen sind, sondern auch befreundet. Er ist Doppelfacharzt (Unfallchirurgie und Orthopädie), aus meiner Sicht fachlich gut und menschlich sehr nett. Nebenbei operiert er hervorragend.