Bank-Mitarbeiter griff in die Kassa. LEOBERSDORF / Mit dem Geld von Spareinlagen der Kunden ins Casino? Angestellter in Leobersdorf beurlaubt.

Von Gerhard Lorenz. Erstellt am 24. März 2014 (23:59)
Von Gerhard Lorenz

Noch ist die genaue Höhe des Schadens nicht bekannt. Aber der Täter. Denn der Mitarbeiter der Bawag/PSK Filiale in Leobersdorf hat bereits gestanden. Zwischen 500.000 und 700.000 Euro an Kundengeldern soll der Mann veruntreut haben.

Was war passiert? Bei einer internen Revision wurde die Bank auf das Fehlen von Kundeneinlagen auf Sparbüchern aufmerksam. Und schnell war auch der Täter, eben der verdächtige Mitarbeiter aus dem Bezirk Mattersburg (Burgenland), gefunden. Der Mann hatte nicht nur die Möglichkeiten, Sparbücher zu manipulieren, er war wahrscheinlich auch noch spielsüchtig, eine fatale, in diesem Fall eine kriminelle Mischung.

Kunden kein finanzieller Schaden entstanden

Es wird davon ausgegangen, dass der Verdächtige Gelder von Kundensparbüchern „abgehoben“ hat und mit Einlagen von anderen Sparbüchern wieder versuchte, seine Tat zu verschleiern – nach dem System, „Loch auf, Loch zu“. Seine Hoffnung, mit einem Spielgewinn den Schaden wieder gut zu machen, erfüllte sich nicht.

Es wurde Anzeige von der Bank erstattet und das Landeskriminalamt führt jetzt die Untersuchungen, parallel mit der Innenrevision der Bank, durch. Der Verdächtige, ein ehemaliger Post- und dann Bawag-Angestellter, wurde dienstfrei gestellt und auf freiem Fuß angezeigt.

Henriette Mußnig, Pressesprecherin der Bawag, bestätigt diesen Vorfall und verweist darauf, dass die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen sind. Sie betont auch, dass Kunden auf keinen Fall ein finanzieller Schaden durch diese Manipulationen entstanden ist.