Löwen von den Bullen auf die Hörner genommen

Die Traiskirchen Lions konnten in Kapfenberg nicht nachlegen. Die Pinezich-Truppe unterlag beim Serienmeister mit 60:91.

Erstellt am 07. Januar 2021 | 07:07
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Shawn Ray (l.) und Co. dribbelten sich gegen Kapfenberg ins Abseits. Die Lions verloren in Kapfenberg mit 60:91.
Foto: Sandra Cermak

Es war fast ein historischer Auswärtssieg der Traiskirchen Lions, in Graz siegten die Löwen das erste Mal seit etwas mehr als 20 Monaten auf fremden Parkett. Dass die Aufgabe in Kapfenberg deutlich schwerer wird, war klar. Hoffnung gab den Traiskirchner, dass sie das Hinspiel gegen die Steirer gewinnen konnten.

Es war der erste Sieg gegen die Bulls seit März 2016. Allerdings kamen die Bullen damals direkt aus einer langwierigen coronabedingten Auszeit zurück und hatten auch noch nicht ihren Königstransfer an Bord - den gebürtigen Sankt Pöltner Thomas Schreiner. Der frühere Spanien-Legionär war nun dabei und bereitete Traiskirchen in seinen knapp 35 Minuten Einsatzzeit ordentlich Probleme, genauso wie seine Teamkollegen.

Kapfenberg setzt sich früh ab

Traiskirchen konnte das Match nur in den ersten Minuten offen halten. Mitte des ersten Viertels legten die Kapfenberger einen 12:0-Lauf hin und legten damit den Grundstein für den Erfolg. Mit einem 24:9 gingen die Bulls in die erste Pause. im zweiten Abschnitt kamen die Löwen wieder besser rein, eine Aufholjagd blieb allerdings aus. Schreiner und Co. gingen mit einem 52:34-Vorsprung in die Halbzeit.

"Wir haben leider die Anfangsminuten komplett verschlafen. Kapfenberg hat es geschafft, uns aus dem Konzept zu bringen und so waren wir schnell 20 Punkte hinten. Dann ist es schwer so ein Spiel gegen so eine Mannschaft zu gewinnen", fasst Traiskirchen-Center Maximilian Schuecker die erste Halbzeit zusammen.

"Waren in allen Belangen unterlegen"

In der zweiten Hälfte bauten die Bulls ihren Vorsprung kontinuierlich aus und konnten dann nach und nach auch alle Spieler zum Einsatz bringen. Am Ende stand ein 91:60 auf der Anzeigetafel. Die Bulls sind wieder dort, wo sie im Vor-Corona-Zeitalter waren: ein Titelkandidat. "Wir haben von Anfang an unseren Gameplan exekutiert und auch in der Offensive und in der Defensive sehr solid gespielt", meint Coach Mike Coffin nüchtern.

Und Traiskirchen-Pendant Markus Pinezich konnte nur gratulieren: "Wir waren heute in allen Belangen unterlegen. Kapfenberg war gut vorbereitet auf uns. Wir schafften in der Defense nicht den Gameplan umzusetzen und im Angriff taten wir uns schwer, freie Würfe oder Korbleger herauszuspielen. Gratulation an Kapfenberg, am Sonntag kommt eines der wichtigsten Spiele der Saison und das müssen wir gewinnen.“

Traiskirchen will Rote Laterne los werden

Spricht Pinezich das Spiel gegen die DC Timberwolves an. Mit einem Sieg gegen die Wiener könnte Traiskirchen die Rote Laterne abgeben. Die Timberwolves waren am Dreikönigstag nach positiven Coronatests  bei Gegner Klosterneuburg nicht im Einsatz.

Die anderen Ergebnisse des Feiertags spielen den Traiskirchnern nicht so in die Hände. Oberwart feierte einen überraschenden Sieg gegen den BC Vienna. Wäre jetzt die Teilung der Liga in Platzierungsrunde (Top Sechs) und Qualifikationsrunde (Platz sieben bis zehn) da, würde den Lions nach der Punkteteilung schon fünf Zähler auf die Play-off-Plätze (erste Acht) fehlen. Die Teams haben aber noch zwischen zwei und vier Runden im Grunddurchgang zu absolvieren.