Wiesmann: "Das Projekt liegt mir irrsinnig am Herzen". Der Pfaffstättner Johannes Wiesmann spricht mit nön.at über seine neue Aufgabe als Geschäftsführer der Superliga GmbH, die schwere Zeit in der Krise und warum er den Fußball hinter sich ließ.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 03. April 2020 (19:10)

Die Coronakrise führte Anfang April auch zu einer Umstrukturierung bei Basketball Austria. Der Südburgenländer Stefan Laimer wird neuer Generalsekretär. Der Pfaffstättner Johannes Wiesmann übernimmt als Geschäftsführer der Superliga GmbH die Verantwortung für den heimischen Spitzensport (Admiral Superliga, Basketball 2. Liga und Damen Superliga). Bis zuletzt war der Niederösterreicher Leiter der Marketing & Kommunikationsabteilung (https://www.noen.at/sport/baden/basketball-wiesmann-und-laimer-als-neues-fuehrungsduo-bad-tatzmannsdorf-johannes-wiesmann-stefan-laimer-basketball-199243903).

Wiesmann ergriff Chance

Ob Wiesmann lange überlegen musste, ob er in der aktuellen Krisenzeit die Geschäftsführer-Rolle übernimmt? "Ich war nicht darauf vorbereitet, aber es ist eine Chance, die nicht jeden Tag kommt. Das Projekt Basketball Austria, das wir im Sommer gestartet haben, liegt mir einfach irrsinnig am Herzen", freut sich der FH Wien-Absolvent auf die neue Herausforderung. Diese gleicht in der aktuellen Situation einer Herkulesaufgabe.

"Wir brauchen den Sport"

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise sind noch nicht abschätzbar. Die Liga und der Verband wollen alles unternehmen, um politisches Gehör zu finden. Die Sport Austria (vormals BSO) und Präsident Hans Niessl machen laut Wiesmann einen guten Job, um Hilfspakete für den Sport schnüren zu können. "Das braucht es auch, weil wir den Sport brauchen. Sei es passiv, als emotionaler Ausgleich oder aktiv, als körperlicher Ausgleich." Wie die finanzielle Unterstützung für die Basketball-Vereine genau aussieht, kann Wiesmann klarerweise noch nicht sagen. Verband und Liga sein nicht so aufgestellt, dass sie finanzielle Hilfe für jeden Verein ausschütten können.

Lizenzierung wird ausgesetzt

Der Lizenzausschuss hat jedoch mittlerweile beschlossen, dass das Lizenzverfahren ausgesetzt wird, weil die Vereine derzeit keine seriösen Angaben über Sponsorenverträge und Co. machen können. "Wir werden aber schon eine Bestätigung der Vereine einfordern, ob sie die wirtschaftlichen Anforderungen erfüllen können, aber das eben erst zu einem späteren Zeitpunkt", hält Wiesmann fest. Damit ist auch entschieden, dass die Admiral Superliga nächste Saison mit zehn Mannschaften bestritten wird. In Liga zwei sei eine Aufstockung auf 14 (statt bisher 12 Vereine) möglich. Interesse haben Kufstein, Vienna United Post SV und UBSC Graz Juniors bekundet.

Laufbahn begann bei den Lions

Wiesmann möchte bei den Sorgen der Vereine ganz genau hinhören, kennt selbst auch die Arbeit im Verein. Mit 18 Jahren übernahm er die Pressearbeit bei den Traiskirchen Lions, engagierte sich während seines Studiums (Journalismus und Medienmanagement) jahrelang bei den Löwen. "Ich war damals so etwas wie die rechte Hand vom damaligen Obmann Helmut Niederhofer. Ich glaube, dass ich aus dieser Zeit einen ganz guten Draht zu den Vereinen habe. Eine gute Kommunikation ist in der jetzigen Situation das Wichtigste."

Verletzungen stoppten Kicker-Karriere

Als Aktiver war der frühere Journalist (unter anderem bei der NÖN) im Badener Schulteam als Korbjäger unterwegs. Auf Vereinsebene war Wiesmann hingegen am grünen Rasen anzutreffen, kickte für Casino Baden und Pfaffstätten. "Ich habe mir mit 18 Jahren das Kreuzband gerissen und dann beim ersten Spiel nach der Verletzung gleich wieder. Dann habe ich es bleiben lassen", erinnert sich Wiesmann. Der Basketball spielteaber schon immer eine große Rolle in seinem Leben: "Ich war von klein auf als Fan in Traiskirchen in der Halle, habe auch die NBA verfolgt, hatte als Kind Trikots von Michael Jordan und Kobe Bryant daheim."