Beethoven-Museum“

Erstellt am 09. September 2013 | 00:00
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Foto: NOEN
Vorhaben für 2014, ein Sozialpaket im Herbst und seine erneute Kandidatur 2015.
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Von Stefan Jedlicka

NÖN: Wir sitzen vor der Baustelle Josefsplatz, für die Sie jede Menge Kritik einstecken mussten. Verstehen Sie die Gegner?
Kurt Staska: Ich habe bewusst das Lokal „El Gaucho“ als Ort für unser Gespräch gewählt, weil auch hier viele gesagt haben: das wird nichts. Und es wurde ein absoluter Glücksgriff. Ich verstehe, dass die Baustelle vielen Badenern zu langsam vorangeht. Auch ich hätte sie lieber schon abgeschlossen.

Woran liegt es?
Staska: Jeder, der schon einmal ein Haus gebaut hat, weiß, dass nicht immer alles perfekt abläuft. Die Verzögerungen kosten aber die Stadt keinen Cent, weil die Fehler über die Bauaufsicht reklamiert wurden. Ich bin sicher, wenn der Platz fertig ist, werden die Badener sehr zufrieden sein. Er erfüllt eine ganz zentrale Funktion als Markt- und Veranstaltungsplatz mit Gastronomie rundherum.

Wir groß ist die Verzögerung?
Staska: Allen Parteien im Gemeinderat war der Bauzeitplan bekannt. Und der wird auch so realisiert, wie geplant. Wir haben im Frühjahr bewusst aus Rücksicht auf Veranstaltungen wie den steirischen Schmankerlmarkt eine Pause eingelegt.

Also Fertigstellung 2014?
Staska: Der Großteil noch heuer. Der Bereich der Badner Bahn Haltestelle dann im Frühjahr.

Der Direktor des Arnulf Rainer Museums am Josefsplatz wünscht sich eine Sanierung weiterer Gebäude auf dem Gelände und einen kleinen „Kulturbezirk“.
Staska: Die Idee gefällt mir sehr gut. Kurzfristig wird die Umsetzung aber nicht möglich sein, weil durch die notwendig gewordene Fast-Generalsanierung des Stadttheaters das Budget bereits unerwartet belastet ist.

Das heißt, das Budget 2014 steht schon fest?
Staska: Wir arbeiten daran. Neben dem Stadttheater wird die Fertigstellung des Josefsplatzes ein Schwerpunkt sein. Ansonsten will ich vom eingeschlagenen Konsolidierungskurs aber nicht abweichen. Aufgenommen wurde der SPÖ-Wunsch, den Sozialfonds der Stadt nicht zu kürzen. Im Gegenteil: es soll ein neues Sozialpaket geben.

Das was beinhaltet?
Staska: Die Einkommensgrenze für die 100 Euro-Schülerbeihilfe wird um 50 Euro angehoben. Das Gleiche gilt für die Brennstoffaktion der Stadt. Und auch der Zuschuss für Essen auf Rädern steigt merkbar an. Den im Vorjahr auf Anregung der Bürgerliste eingerichteten Katastrophenhilfsfonds möchte ich auf 20.000 Euro verdoppeln.

Wie viel wurde aus diesem Katastrophenfonds schon ausbezahlt?
Staska: Bisher wurde er noch nicht in Anspruch genommen. Aber aus anderen Hilfsfonds schütten wir regelmäßig Unterstützungen für sozial bedürftige Badener aus.

Die Bürgerliste fordert zusätzlich einen Mietbeihilfenfonds.
Staska: Zweifellos sind Mieten und Betriebskosten angestiegen. Es gibt aber eine Mietzinsbeihilfe des Landes. Im Bereich unserer Gemeindewohnungen haben wir eine zusätzliche eingeführt, eine Ausweitung auf alle Mieter in der Stadt ist für mich grundsätzlich verhandelbar. Es ist aber sehr schwer abzuschätzen, welche Belastung das für unser Budget bedeuten würde.

Waren Sie am „Imperialen Jubiläumsfest“ im Juli?
Staska: Ja. Ich halte das für eine sehr gute Initiative des Tourismusvereins, die im nächsten Jahr ausgebaut werden soll. Der Start ist oft das Schwierigste, ich habe die teilweise unfaire Kritik daher nicht verstanden. Es ist für eine Stadt wie Baden unheimlich wichtig, auf ihre Geschichte hinzuweisen.

Dazu gehört auch der Bezug zu Ludwig van Beethoven, der hier gearbeitet hat. Das Beethovenhaus in der Rathausgasse wird aber touristisch kaum genützt.
Staska: Die umfangreichen Vorarbeiten vor allem zur Trockenlegung sind abgeschlossen. Derzeit wird noch an der Fassade gearbeitet. Das Museum war ja immer offen, nur der Shop ist geschlossen. Aber auch hier wird es demnächst ein Konzept geben von der Managerin des sehr erfolgreichen Shops im Arnulf Rainer Museum. Und auch für das Museum sind im Budget 2014 schon 250.000 Euro eingeplant, um es auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen.

Für den Grünen Markt haben Sie ein Entwicklungskonzept angekündigt in Zusammenarbeit mit einer deutschen Agentur. Daraus wird wohl nichts, oder?
Staska: Nein. Ich möchte einen anderen Weg finden. Die Aufwertung des Grünen Marktes als Kommunikationszentrum ist mir wichtig. Große Veränderungen sollte man dort nicht durchführen, ich will ihn aber ganzjahresfit machen.

Das heißt? Eine Markthalle?
Staska: Nein, aber ein stärkerer Witterungsschutz. Wie der aussehen kann, das müssen sich Experten überlegen. Ich kann mir auch vorstellen, Teile des vorhandenen, kleinen Parkplatzes einzubeziehen.

Was sagen Sie zur Revitalisierung des Parkhotels am Ring?
Staska: Ich bin sehr froh, dass uns wieder zusätzliche Betten zur Verfügung stehen werden, denn wir haben das Problem, dass Kongresse in Baden teilweise nur deshalb nicht stattfinden können, weil wir nicht genügend Nächtigungsmöglichkeiten anbieten können.

Glauben Sie noch an die mehrfach angekündigte, aber nie realisierte Ansiedelung eines neuen Luxushotels in Baden?
Staska: Man muss zur Kenntnis nehmen, dass die ursprünglichen Konzeptionen nicht umgesetzt werden. Es gibt aber in anderen Bereichen Gespräche.

Die Revitalisierung der Esplanade in der Helenenstraße ist seit längerem im Gespräch.
Staska: Ja, derzeit ist aber eine Realisierung in absehbarer Zeit nicht wahrscheinlich.

Nach dem überraschenden Rücktritt des Geschäftsführers der von Ihnen gegründeten Event-Agentur der Stadt haben private Veranstalter und das städtische WirtschaftsService das Großprojekt „Baden in Weiß“ übernommen. Waren Sie zufrieden?
Staska: Ja. Baden in Weiß ist zu einem Kult-Event geworden. Auch in der neuen Konstellation hat es sehr gut funktioniert.

Es soll also dabei bleiben?
Staska: Ich sehe keinen Grund, etwas zu verändern.

Wie sieht die wirtschaftliche Bilanz der Event-Agentur aus? Von einem eventuellen Minus in der Abrechnung war zu hören?
Staska: Nein, es ist sich unter dem Strich positiv ausgegangen. Die Gesellschaft gibt es ja nach wie vor. Uns geht es darum, einerseits neue Gäste nach Baden zu bringen und andererseits durch die Lange Einkaufsnacht die Wirtschaft zu beleben.

Stadtrat Jowi Trenner wirft der Koalition vor, dass Vereinbarungen nicht eingehalten wurden. Ist das Wort der ÖVP nichts wert?
Staska: Das stimmt einfach nicht. Beim Eislaufplatz zum Beispiel gab es Beratungen mit allen Parteien und wir haben Ideen diskutiert. Es hat sich aber herausgestellt, dass es kein so großes Interesse seitens der Schulen in Baden gibt, ich bin daher überzeugt, dass die jetzige Lösung mit einer Eisfläche am Josefsplatz die bessere ist.

Es bleibt also bei 300 Quadratmetern Synthetik-Eisfläche?
Staska: Wenn sich herausstellt, dass die Akzeptanz so groß ist, dass eine Ausweitung sinnvoll wäre, werden wir uns dem nicht verschließen.

Am Areal in der Fabriksgasse soll eine neue Sporthalle entstehen?
Staska: Ja. Dominik Gschiegl soll als Vorsitzender des Jugendbeirates ein Konzept für eine „Trendsporthalle“ erstellen. Bewusst für Sportarten, die wir derzeit nicht ganzjährig anbieten können. Da gibt es große Nachfrage. Zum Beispiel im Bereich Beachvolleyball oder Klettern. Wir wollen bewusst die Möglichkeit der Adaption für neue Sportarten offen halten, denn in diesem Bereich gibt es immer ein Auf und Ab. Im Vorfeld werden wir die Marktsituation genau untersuchen.

Neuer Wohnraum für junge und sozial schwächere Badener, den die SPÖ seit Jahren fordert, ist dort für Sie kein Thema?
Staska: Es entsteht laufend neuer Wohnraum in Baden. Zuletzt in der Valeriestraße. Am Areal des alten Bauhofes sind 100 neue Wohnungen geplant. Vom Land werden sie gefördert – und zwar sozial treffsicher dort, wo auch wirklich Bedarf besteht.

Was stört Sie am meisten am Koalitionspartner?
Staska: Wir haben ein sehr gutes und sachliches Gesprächsklima mit den Grünen. Es gibt unterschiedliche Auffassungen, die wir aber bereinigen. Was wir dann ausmachen, das hält.

Überhaupt keine Kritikpunkte?
Staska: Ich sehe die Zusammenarbeit als eine sehr positive.

Dann gibt es ja gar keinen Grund, nach der Wahl 2015 wieder alleine regieren zu wollen.
Staska: Selbstverständlich ist es unser Ziel, durch unsere Arbeit zu überzeugen und dafür wieder gestärkt zu werden.

Sie werden wieder als Bürgermeister ins Rennen gehen?
Staska: Wenn das gewünscht wird, stehe ich zur Verfügung.

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