Baden

Erstellt am 08. November 2018, 18:47

von NÖN Redaktion

Gedanken Zum Gedenkjahr 1938: „Ein wertvoller Abend“. Lions-Benefizabend zum Thema „Jüdisches Leben in Baden“ und „Mein Gedenkdienst in Israel“.

Lions-Chef Thomas Binder mit den Referenten Christine Triebnig-Löffler und Felix Vorberg: „Ein spannender, lehrreicher, wertvoller Abend.“  |  Andreas Simhofer

Mit einem Vortragsabend hat der Lions Club Baden Helenental vorigen Montag seinen Beitrag zum Gedenkjahr 2018 geleistet – und mit dem Erlös aus den Spenden wieder zur Finanzierung sozialer Projekte in Stadt und Bezirk beigetragen.

Von den ersten Spuren des jüdischen Lebens in der Region im 14. Jahrhundert in Traiskirchen über die ersten Badegäste in Baden im 17. Jahrhundert bis ins Jahr 1938, als Baden die drittgrößte jüdische Gemeinde Österreichs war, hat sich der Bogen von Christine Triebnig-Löfflers Referat gespannt.

Die Liste jener jüdischer Persönlichkeiten, die Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft in Baden besonders geprägt haben, ist lang. Einige der Namen: Fanny von Arnstein (mit ihrem Salon), Adolf Ignaz Mautner von Markhof (Begründer der Unternehmensdynastie), Gustav Ritter von Epstein (Bauherr der von Otto Wagner geplanten Villa Rainer), Max Reinhardt (Theatergründer), Hugo Wiener (Kabarettist und Komponist) und viele andere. Gemeinsam war ihnen auch ein soziales Engagement. Den Abschluss des Vortrags bildete die Geschichte der Synagoge Baden, in deren Räumlichkeiten der Lions-Abend stattgefunden hat.

Im Anschluss daran hat Felix Vorberg, den die Lions bei seinem Gedenkdienst finanziell unterstützt haben, von der Geschichte und den Grundsätzen des Gedenkdienstes und von seiner ereignisreichen einjährigen Tätigkeit in Ramat Gan bei Tel Aviv erzählt. Das dortige Altersheim betreut vorwiegend gebürtige exilierte Österreicherinnen und Österreicher. Vorberg half dort bei der Pflege und Betreuung der Bewohner und führte viele Gespräche. „Die persönlichen Erfahrungen vermittelten einen starken Eindruck davon, warum aktive Erinnerungsarbeit – auch mit Jugendlichen – auch heute noch von Bedeutung ist“, rrsümiert Lions-Präsident Thomas Binder. Mit einigen seiner betreuten Heimbewohner ist Felix Vorberg weiterhin per Facebook in Kontakt. Unvergesslich ist ihm auch die Verabschiedung in Ramat Gan: „Nie wieder werden so viele Frauen um Dich weinen!“