Eine neue Drehbühne für das Stadtheater. Im geschichtsträchtigen Berndorfer Stadtheater geht man mit der Zeit und startet einen kräftigen Modernisierungsschub.

Von Elfi Holzinger. Erstellt am 23. Februar 2017 (05:00)
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Technik aus 1899: Bis jetzt gab es nur ein paar Aufzüge, die händisch betrieben werden mussten und bei weiten nicht die Effekte einer Drehbühne erzielten. Helmut Wiltschko mit dem guten Geist des Hauses, Rainer Wotke.

Das Stadttheater ist die große Leidenschaft von SP-Finanz- und Kulturstadtrat Helmut Wiltschko, der die historische Bühne als sein „Baby“ betrachtet.

Im Jahr 1897 errichtet

Das ehrwürdige Theater wurde in den Jahren 1897 und 1898 von Arthur Krupp zum 50-Jahr-Jubiläum der Regierung Kaiser Franz Josephs I. errichtet. Für den Bau wählte der Industrielle die beiden angesehenen Wiener Architekten Hermann Helmer und Ferdinand Fellner, weshalb die Bauanlage des Berndorfer Theaters den Geist der Wiener Ringstraßen-Renaissance lebt.

Im Jahr 1960 übernahm die Stadtgemeinde Berndorf das Gebäude im Rahmen eines Schenkungsvertrags von den „Vereinigten Metallwerken Ranshofen-Berndorf AG“ und man begann mit einer Generalrenovierung. In der Zeit zwischen 1985 und 1989 wurden schließlich die Außenrenovierung durchgeführt und man begann mit dem „Berndorfer Theatersommer“.

Wiltschko konnte als Verantwortlicher aus dem Stadttheater nicht nur eine echte Kunststätte zaubern, die weit und breit größtes Ansehen genießt, sondern er schaffte es auch, dass das Stadttheater schwarze Zahlen schreibt.

Jetzt soll das Theater eine Drehbühne erhalten, die den modernsten Anforderungen entspricht und die Theaterausführungen werden dadurch enorm an Zauber gewinnen.

Moderne Infrastruktur für historisches Haus

Diese neue Drehbühne wird eine im Bühnenboden eingelassene Scheibe im Durchmesser von 7,50 Metern sein, die in jede beliebige Stellung gedreht werden kann. Der Einbau ist mit 170.000 Euro veranschlagt und wird mit dem erwirtschafteten Überschuss der Festspiele aus der Periode 2014 bis 2016 unter der Intendanz von Kristina Sprengerm, nach Absprache mit dem Land Niederösterreich sowie einer Infrastrukturförderung des Landes Niederösterreich abgedeckt.

Der erwirtschaftete Überschuss aus den Theatereinnahmen ist zweckgebunden und müsste, wenn er nicht ins Theater investiert wird, an das Land Niederösterreich retourniert werden.

Die gesamte Einbauzeit, inklusive aller Gewerke, wie etwa Elektriker, Tischler, Baumeister und Stahlbau, wird etwa sechs Wochen betragen.