Grab der "Süßen Gerda" gerettet. In Berndorf hätte das Grab einer Zehnjährigen namens Gerda wie viele andere aufgelöst werden sollen. Nun kann es erhalten bleiben.

Von Elfi Holzinger. Erstellt am 08. November 2020 (04:12)
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Das Grab sollte eigentlich aufgelassen werden, nachdem es sich aber zu einer kleinen Pilgerstätte entpuppt hat, darf Gerda noch in ihrer Grabstätte weiter ruhen.
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Ein kleines Bildchen der so jung Verstorbenen zierte bis jetzt das Grab mit der Inschrift: „Unsere süße Gerda“. So manchen Friedhofsbesucher zieht dieses aussagekräftige Bildchen in seinem Bann, so erinnert auch meistens eine brennende Kerze an das Schicksal des Kindes.

Gleich neben dem Bildchen steht eine Tafel mit der Aufschrift „Heimgefallen“. Mit dieser Botschaft sollen etwaige Angehörige darauf hingewiesen werden, dass bei Nichtbezahlung der Grabgebühren das Grab aufgelassen wird.

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Die zehnjährige Gerda wurde ursprünglich in Wien bestattet und bei der Übersiedlung ihrer Eltern nach Berndorf exhumiert und in Berndorf bestattet.
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Recherchen zu Folge dürfte Gerda mit ihren Eltern in Wien gelebt haben und verstarb dort 1942 im Alter von zehn Jahren, sie wurde ursprünglich auch in Wien bestattet. Nach der Übersiedelung ihrer Eltern nach Berndorf wurde sie exhumiert, um auf dem Berndorfer Stadtfriedhof ihren Frieden zu finden und ihren Eltern nahe zu sein.

Nun sollte ihre letzte Ruhestätte nach 78 Jahren aufgelassen werden und ihr irdisches Andenken für immer verloren gehen.

Im letzten Augenblick vor der Auflassung des Grabes und aufgrund des großen Interesses einiger Friedhofsbesucher, entschloss sich der zuständige Stadtrat Kurt Adler (SPÖ) Gerdas letzte Ruhestätte zu retten, um sie der Nachwelt zu erhalten. Fortan wird sich daher auf seine Initiative die Stadtgemeinde um die Grabpflege der „Süßen Gerda“ kümmern.