Klares Urteil nach Hundeattacke. 78-jähriger Hundebesitzer, dessen Rottweiler einen Buben gebissen hatte, wurde das Tier abgenommen und erhielt vier Monate bedingt.

Von Brigitte Steinbock. Erstellt am 27. März 2019 (04:06)
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Eine folgenschwere Hundeattacke brachte einen 78-jährigen Pensionisten vor Gericht. Sein Rottweiler Aaron verließ, vom Besitzer unbemerkt, die Hundeauslaufzone bei der Triesting und griff einen Buben an. Der Volksschüler erlitt Bissverletzungen am Fuß und eine posttraumatische Belastungsstörung.

Der Hundebesitzer konnte sich nicht erklären, was in den Hund gefahren sein könnte. Er bekannte sich schuldig und gab an, dass das Tier nach dem Tod seiner Gattin sozusagen sein Lebenspartner gewesen sei. „Das war der vierte Rottweiler, den ich hatte und ich habe auch einen Hundeführerschein.“

„Der Hund kam über die Brücke beim Eingang der Hundezone und hatte einen Schuh im Maul"

Eine junge Frau sagte beim Prozess als Zeugin aus: „Der Hund kam über die Brücke beim Eingang der Hundezone und hatte einen Schuh im Maul. Ich dachte, dass er ihn irgendwo gefunden hätte, bis ein Bub angelaufen kam, der rief, dass das Tier gerade seinen Freund gebissen hätte. Nun rannte der Hund dem Buben nach und der Hundebesitzer und ich den beiden hinterher. Der Mann rief noch nach dem Hund, der aber nicht auf ihn hörte.“

Die Zeugin sah, dass der Rottweiler eine tiefe Wunde in den Fuß des Buben gerissen hatte und stellte sich über das am Boden liegende Kind, um es vor weiteren Attacken zu schützen.

„Eine Frau warf aus einem Auto ihre Tasche zwischen Kind und Hund und rief, ich solle den Buben ins Auto bringen. Im Wagen begann ich dann, bis zum Eintreffen der Rettung, seine Wunden zu versorgen.

Laut Richter dürfte es mit dem Hund schon einmal Probleme gegeben haben. Damals wurde das Verfahren allerdings eingestellt. „War das kein Grund, das Tier anzuleinen und ihm einen Maulkorb anzulegen?“

Dazu der Angeklagte: „Als ich in die Auslaufzone ging, waren wir alleine.“ Über Vorfälle mit Rottweilern habe er gelesen, das aber auch schnell wieder vergessen. „Die Sache tut mir irrsinnig leid.“

Der Hund wurde woanders untergebracht und der Mann wurde zu vier Monaten bedingt verurteilt. Außerdem erging die Weisung, dass er keine Listenhunde mehr führen darf. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.