Nächster Einbruch noch vor Haftantritt. Einbrecher verurteilt, doch noch bevor er seine Strafe absitzen musste, schlug er erneut zu. Drei Jahre hinter Gitter.

Von Tina Jedlicka. Erstellt am 31. Januar 2017 (05:00)
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Das nennt man wohl kaltblütig. Wegen eines Einbruchs war ein 34-jähriger Serbe bereits verurteilt worden – doch noch ehe er seine Haftstrafe antreten musste, schlug er in Berndorf erneut zu. Ein Einbruch und ein weiterer Versuch wurden ihm von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt schließlich zur Last gelegt.

"Für meinen Sohn geopfert"

In seinem Prozess am Landesgericht zeigte sich der Mann dann reumütig und drückte auch kräftig auf die Tränendrüse. Sein Rechtsanwalt führte aus, dass sein Mandant seine Taten zutiefst bedaure und sich teilweise geständig zeige. „Ich habe mich für meinen Sohn geopfert. Ich hatte draußen keine Perspektive“, meinte der Beschuldigte zu Richter Gerald Grafl.

Dieser kommentierte diese Aussage nicht weiter, fragte aber, warum der 34-Jährige gerade vor dem Haftantritt – ihm war bei der Verurteilung sogar ein Teil der Strafe bedingt nachgesehen worden – schon wieder straffällig geworden war. „Ich bin krank und habe ein Kind und keinen Job, ich wusste nicht mehr ein und aus. Jetzt weiß ich, dass das falsch war. Ich werde mein Leben ändern“, versprach der Serbe.

„Sie haben kein Geld für Lebensmittel und dann gehen Sie auf einen Flohmarkt?“

Richter Gerald Grafl nahm dem Angeklagten seine Aussagen nicht ab.

„Schmuck und Laptop aus dem Haus, in das eingebrochen wurde, hat man bei Ihnen gefunden. Sie streiten aber ab, das gestohlen zu haben. Woher haben Sie die Sachen?“, fragte Richter Grafl nach. Der Angeklagte behauptete daraufhin, er habe die Gegenstände auf einem Flohmarkt erstanden. Der Laptop habe ohne Kabel gar nicht mehr funktioniert und der Schmuck sei alt gewesen. Das ließ der Richter so nicht stehen:

„Sie haben gerade gesagt, dass Sie kein Geld für Milch und andere Lebensmittel mehr gehabt hätten und dann gehen Sie auf den Flohmarkt? Das passt nicht zusammen.“

Er könne dem Angeklagten seinen plötzlichen Sinneswandel nicht glauben, stellte Richter Grafl unmissverständlich fest. Der beharrte dennoch darauf. „Ich habe Leute traumatisiert, in dem ich bei ihnen eingebrochen und ihnen ihre Sachen weggenommen habe. Ich habe schon mit einem Psychiater und der Sozialhilfe Kontakt aufgenommen“, gab es sich einsichtig. Doch es half nichts. Der Mann wurde zu drei Jahren Haft verurteilt – das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.