Rattenbekämpfung sorgt für Unmut: „Wofür zahlen wir?“. Warum wird in Berndorf zweimal jährlich eine Seuchenabgabe eingehoben, wenn nun extra gezahlt werden muss?

Von Elfi Holzinger. Erstellt am 21. September 2018 (14:19)
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In der Gemeinde wurden Ratten gesichtet, die vorbeugend bekämpft werden.
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Leser Peter Hiltmann bezog sich in einem Schreiben an die NÖN auf den vorwöchigen Artikel zur beginnenden Rattenköderauslegung der Stadtgemeinde:

Artikel #113714223

„Die Rattenbekämpfung im Gemeindegebiet wird, neben anderen Argumenten, mit der Vorsorge gegen Maul- und Klauenseuche, Tollwut, Schweinepest (Zitat aus der Gemeindepost 9/2018) begründet. Dabei taucht eine wesentliche Frage auf: Zu welchem Zweck wird seit 2006 bei der Einhebung der Müllgebühren zweimal jährlich die sogenannte Seuchenvorsorgeabgabe eingehoben? Wären die Kosten für die Rattenbekämpfungsaktion nicht aus diesen Mitteln zu bezahlen? Immerhin sind seither bereits rund 150 Euro pro Haushalt angefallen“, so Hiltmann.

Eine durchaus berechtigte Frage, die gar nicht so einfach zu beantwortet scheint. Nach Kontaktaufnahme mit dem Gemeindeabfallverband, dem Land Niederösterreich und der Bezirkshauptmannschaft Baden wurde letztlich an die Stadtgemeinde Berndorf verwiesen.

Jeder Haushalt muss nun 22 Euro zahlen

Stadtamtsdirektor Franz Grill bezieht sich in seiner Antwort auf die niederösterreichische Seuchenvorsorgeabgabe, die am 1. Jänner 2006 in Kraft getreten war und in der es auszugsweise heißt: „Hierzu zählen etwa steigende Transport- und Behandlungskosten bei der Entsorgung von Tieren, die Umsetzung einer neuen EU-Hygieneverordnung aber auch lückenlose BSE-Tests. Mit diesem Gesetz wird die Voraussetzung zur fairen Kostentragung geschaffen. Vorsorge ist auch immer wirtschaftlicher, als unvorbereitet von Seuchen getroffen zu werden. Das Gesetz stellt sicher, dass Ihr Beitrag ausschließlich und zweckgebunden für die Vorsorge und Bekämpfung von Epidemien im Humanbereich und für die Tierseuchenvermeidung verwendet wird.“

Demnach scheint also die Rattenbekämpfung nicht in diesen Kosten enthalten zu sein und so hat jetzt jeder Haushalt 22 Euro zu berappen.