Zukunft von Stadt und AMS-Haus als wichtige Wahl-Themen. Antworten auf zwei entscheidende Fragen, die der Berndorfer Bevölkerung unter den Nägeln brennen.

Von Elfi Holzinger. Erstellt am 23. Januar 2020 (03:39)

Die Gemeinderatswahl lässt auch weniger Politikinteressierten in der Krupp stadt nicht kalt. Die neue Liste LZB sorgt für Unruhe und Spekulationen, es werden Wahlwetten veranstaltet und sogar Freundschaften aufgekündigt.

Wie groß die Wahlbeteiligung sein wird, steht allerdings noch in den Sternen. Jedenfalls stehen drei wahlwerbende Parteien und zwei Listen zur Auswahl: Das „Team Kurt Adler“, SPÖ, mit Adler an der Spitze, die ÖVP „Wir für Berndorf“ mit Franz Rumpler an erster Stelle und die FPÖ mit Gerhard Ullrich als Listenersten.

Die beiden Listen sind die „UBV – Unser Berndorf verändern“ mit Gerald Aster und Andreas Kronfellner sowie die neue Liste „LZB – Liste Zukunft Berndorf“ mit dem amtierenden SPÖ-Bürgermeister Hermann Kozlik als Spitzenkandidaten.

Zwei gleiche Fragen an alle Spitzenkandidaten

Um eine ausgewogene Berichterstattung zu gewährleisten, wurden den jeweiligen Spitzenkandidaten dieselben Fragen gestellt – und zwar: „In welchem Bereich sehen Sie die Zukunft Berndorfs?“ und: „ Was soll mit dem leer stehenden AMS-Gebäude geschehen?

SPÖ möchte AMS-Haus für Gemeinde erhalten

Der amtierende SPÖ-Vize Kurt Adler sieht die Zukunft Berndorfs folgendermaßen: „Wir möchten Berndorf als ‚Wohnstadt‘ weiterentwickeln. Einerseits mehr leistbaren Wohnraum schaffen, andererseits die Lebensqualität für die Bürger durch verschiedene Maßnahmen erhöhen, wie etwa innovative Ortsbildgestaltung, verkehrsberuhigte Zonen und Forcierung von Betriebsgründungen, um das Angebot direkt im Ort für die Bürger zu verbessern.“ Zum AMS-Gebäude würden Verhandlungen mit dem Eigentümer laufen, wo Adler bereits eine Annäherung an die Preisvorstellungen erzielen konnte. „Aufgrund der exponierten Lage direkt neben dem Theater möchte ich das AMS-Gebäude auf jeden Fall für die Stadtgemeinde sichern, um nach den Wahlen mit dem Gemeinderat ein Nutzungskonzept zu erstellen.“

Rumplers Vision ist ein Gesundheitszentrum

ÖVP-Spitzenkandidat sieht die Zukunft Berndorfs in einer Wohlfühlstadt: „Berndorf braucht endlich ein Miteinander für die Stadt. Zeit und Energie darf nicht für innerparteiliches Hickhack verschwendet werden. Berndorf soll eine Wohlfühlstadt für alle Generationen werden. Das fängt bei der Kleinkinderbetreuung an und hört bei einem wertschätzenden Umgang mit der älteren Generation auf. Und Berndorf muss wieder zusammenwachsen. Die Menschen untereinander und die Stadt mit Wirtschaft und Technologie.“

Das AMS-Gebäude soll laut Rumpler angekauft werden. „Es kommt auf das Gesamtkonzept mit barrierefrei zugänglichem Gemeindeamt im Ort an. Am schnellsten kann man dort eine Krabbelstube unterbringen mit einem Garten hinter dem Haus zum Theater hin und dem Theaterpark, wo sich alle Generationen aufhalten können.“ Als Gesundheitsstadtrat kann sich Rumpler ein Gesundheitszentrum für das gesamte Triestingtal vorstellen.

In der FPÖ setzt man auf eine „Wohlfühlstadt“

Spitzenkandidat Gerhard Ullrich von der FPÖ sieht die Zukunft Berndorfs ebenfalls in einer Wohlfühlstadt. Mit vielen kleinen Geschäften unter dem Motto: „Fahr nicht fort, du bekommst hier alles im Ort“. Am AMS-Gelände könne sich Ullrich ein Wohnhaus für Senioren vorstellen.

Für die UBV ist die AMSFrage „Detailproblem“

Die „UBV – Unser Berndorf verändern“ setzt auf einen Vorzugsstimmenwahlkampf. Gerald Aster zur Frage der Zukunft: „Die Ausrichtung Berndorfs steht im fertigen UBV-Arbeitsprogramm 2020-2024, das demnächst verteilt wird. Berndorf hat eine vielfältige Zukunft. UBV hat jene Persönlichkeiten im Team, die hierfür einen wesentlichen Betrag leisten können.“

Aster ist überzeugt: „Das AMS-Gebäude ist ein Detailproblem. Das Grundproblem in der Stadt ist das fehlende Brachflächenmanagement, also die Nutzung leer stehender Immobilien im Stadtzentrum und in den Wohngebieten. Da gibt es weit schlimmere Fälle als das zugegebenermaßen unschöne AMS-Gebäude.“

LZB möchte Gebäude in das Theater integrieren

Die heuer gegründete Bewegung „LZB - Liste Zukunft Berndorf“ startet mit Bürgermeister Hermann Kozlik neu durch. Er sieht die Zukunft Berndorf so: „Wir wollen aus Berndorf, die durchaus eine lebenswerte Stadt ist, auch eine liebenswerte Stadt machen. In einer liebenswerten Stadt fühlen sich die Bewohner mit ihrer Heimat verbunden, sie sehen sich für ihre Stadt mitverantwortlich für das, was geschieht und geschehen soll. Darum setzen wir auf ein Miteinander, ein Mitentscheiden der Bevölkerung bei der Ausrichtung der Stadt für die Zukunft. Selbstverständlich werden wir mehrere Ideen einbringen, stehen aber davon abweichenden Varianten offen gegenüber.“

Die LZB-Vision zum AMS-Gebäude sei, diesen reinen Zweckbau teilweise abzureißen und die übrig gebliebene Fassade dem historischen Stadtkern und dem Stadttheater anzupassen. Für Kozlik steht fest: „In den so gewonnen großzügigeren Räumen soll ein Generationenhaus entstehen, wo man gemeinsam tätig werden kann. Ebenso sollen zusätzliche Lagerflächen für Kulissen des Stadttheaters geschaffen werden, um lange Transportwege zu vermeiden.“ Schließlich sollen in diesem neu gestalteten Bau auch Räume für Feste, Premierenfeiern und Hochzeiten entstehen und „ein neu gestalteter Außenbereich, ein Wintergarten sowie ein Gastronomieangebot wären ebenfalls geplant.

Die insgesamt 33 Sitze im Berndorfer Gemeinderat verteilen sich aktuell wie folgt: SPÖ: 19, ÖVP: 7, FPÖ: 4 und UBV: 3