Hitzige Debatte in der Römertherme in Baden. Bademeister habe eine Frau und ihre Tochter aus der Badeanstalt weisen wollen. KurbetriebsgesmbH kontert, die Frau habe Badeordnung missachtet.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 02. Juni 2021 (05:21)
Die Römertherme in Baden möchte ein Ort der Ruhe und Erholung, nicht der hitzigen Diskussionen sein.
privat

Ein Vorfall in der Römertherme am Pfingstmontag weckt bei einer Frau (Name der Redaktion bekannt) und ihrer dreijährigen Tochter immer noch unangenehme Gefühle, Angst und Stress aus.

Die Frau erzählt: „Der Bademeister wollte mich aus der Therme werfen, weil ich mit meiner dreijährigen Tochter in das Schwefelbecken gegangen bin. Der Aufenthalt in dem Becken dauerte maximal fünf Sekunden. Der Bademeister meinte, im Schwefelbecken seien keine Kinder erlaubt, bis zu elf Menschen dürfen das Schwefelbad im 20-Minuten-Rhythmus benutzen. Es waren vielleicht fünf Personen drinnen zu dem Zeitpunkt.“

Hitzige Debatte mit dem Bademeister begann

Die Frau führte nach der Ermahnung des Bademeisters eine erste hitzige Diskussion. Die Situation sei eskaliert, als der Bademeister die Frau nach der Debatte dabei beobachtete, wie sie ihre Tochter beim Plantschen mit dem Handy filmte, „obwohl nirgends Hinweistafeln angebracht waren, dass das Filmen verboten ist“, merkt die Frau an. Sie habe das Filmverbot zur Kenntnis genommen und ihr Telefon zurück in die Tasche gelegt. Als sie auf dem Weg zur Tasche war, hörte sie, wie der Bademeister ihre Tochter mit den Worten „Komm, wir gehen zur Mama“ aus dem Wasser gezogen habe. „Ich rannte zu meinem Kind und der Bademeister drohte mir wieder, mich aus dem Bad zu weisen“.

Daraufhin sei eine weitere hitzige Diskussion aufgeflammt, die in der Drohung des Bademeisters gegipfelt haben soll, er wolle die Polizei und das Jugendamt rufen.

Im Laufe der Diskussion zog der Bademeister auch die Badeleiterin hinzu, die aber kein Wort gesagt hätte, „statt dessen wurde der Bademeister wieder laut und meine Tochter fing an zu weinen und wollte auf der Stelle nach Hause.“

Doris Walter von der Badener KurbetriebsgesmbH sieht den Vorfall anders. „Betreffend der Ausführungen von besagter Dame möchte ich klarstellen, dass sie in keinster Weise bedroht wurde. Die Frau war mit ihrer Tochter in unserer Therme als Gast. Sie wollte mit ihrer dreijährigen Tochter in das Schwefelbecken. Unser Bademeister hat sie darauf hingewiesen, dass Kinder im Schwefelbecken nicht erlaubt sind. Danach hat die Dame leider mehrmals versucht, sich mit ihrer Tochter über die Außenstiege ins Becken zu schummeln. Daher wurde sie von unserem Bademeister ermahnt. Weiters hat die besagte Dame in der Therme gefilmt. Da sie im Hintergrund der Aufnahmen auch andere Gäste mit aufgenommen hat, haben sich diese dadurch unwohl gefühlt und haben dies auch unserem Bademeister so kommuniziert. Darauf wurde die Frau gebeten, keine weiteren Aufnahmen zu machen. Als sie ihre Tochter unbeaufsichtigt im tiefen Becken zurückließ, war es die Pflicht unserer Badeaufsicht, diese zu ihrer Mutter zurückzubringen.“

Zum Bedauern von Doris Walter habe die Frau ihren Unmut „sehr lautstark kundgetan und mit wilden Gesten untermauert. Daraufhin hat sich auf die Leiterin der Römertherme Baden eingeschaltet und die Frau gebeten, aus dem Becken zu kommen um die Angelegenheit in Ruhe zu besprechen. Dies wurde von ihr leider mehrmals lautstark abgelehnt, bis hin zu Beschimpfungen unserer Mitarbeiter“.

Für die anderen Badegäste sei die Situation unangenehm gewesen, darum sei die Dame aufgefordert worden, die Therme zu verlassen. 

Dies habe die Frau aber ebenfalls abgelehnt. "Daher wurde sie darauf aufmerksam gemacht, dass wir – wenn es, wie hier unbedingt notwendig ist – auch ein Hausverbot aussprechen können. Falls notwendig wird dieses Hausverbot auch mittels Polizei durchgesetzt", konstatiert Walter, die eines unterstreicht: "Wir sind verpflichtet, allen unseren zahlenden Gästen, ihren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Daher war dies unser einziger Weg, dies zu gewährleisten." Als die Dame die Therme verlassen habe, seien einige Gäste zur Badeaufsicht gekommen "und haben sich für die Entscheidung an die Dame ein Hausverbot auszusprechen bedankt, da nun endlich für alle Gäste wieder Ruhe und Erholung möglich war", schildert die Geschäftsführerin. Mit dem Jugendamt habe man nicht gedroht, ergänzt sie.

"Leider immer wieder Einzelfälle"

Und Doris Walter betont: "In der Römertherme Baden suchen pro Jahr über 200.000 Besucher Ruhe und Erholung. Leider gibt es auch immer wieder Einzelfälle, die sich nicht an Vorgaben oder Regeln halten. Um einen ungestörten Ablauf zu gewährleisten, können wir dies aber nicht akzeptieren."  Die derzeitige Situation in der Covid-Krise belaste alle Menschen, sagt Doris Walter. " Die Römertherme Baden war vom 1.11.2020 bis 18.5.2021 komplett geschlossen. Danach durften wir – mit enormen Auflagen – wieder öffnen. Eine dieser Auflagen ist dafür verantwortlich, dass wir nur eine genau festgelegte Anzahl von Gästen in die Therme und auch in die einzelnen Becken einlassen dürfen. Die Überprüfung der gesetzlichen Vorgaben ist natürlich auf eine enorme Herausforderung für unsere Mitarbeiter.  Die große Mehrheit der Badegäste ist jedoch sehr einsichtig und hält sich an die Vorgaben – die wir uns leider nicht selbst ausgesucht haben."

Nachdem die Wienerin in der Angelegenheit aber keine Ruhe gebe, überlege die KurbetriebsgesmbH, rechtliche Schritte wegen Rufschädigung gegen die Frau einzubringen.