Bestatter als Lebensretter. Schwerer Unfall /  Ein Motorradfahrer drohte zu verbluten. Seine Lebensretter kamen mit einem Leichenwagen. Beherzt leisteten sie Erste Hilfe bis der Notarzt kam.

Von Gerhard Lorenz. Erstellt am 16. Juni 2014 (09:06)
NOEN, Einsatzdoku.at
Andreas Lauberger aus Unterwaltersdorf, kennt das Leben und auch den Tod. Er ist bei der Feuerwehr, Rettungssanitäter und – er ist Bestatter. „In den letzten drei Jahren bin ich etwa fünfmal zu Verkehrsunfällen gekommen und konnte Menschenleben retten“, erzählt der Bestatter.

Angeblinkt: „Wir dachten uns da noch nichts“

So war es auch am Mittwoch, dem 11. Juni. Lauberger war mit seinem Kollegen im Dienstauto, einem Leichenwagen, unterwegs. Es war kurz vor Mittag, als ihnen auf der Straße zwischen Ebergassing und Götzendorf ein Auto entgegenkam, das sie anblinkte.

„Wir dachten uns da noch nichts“, erinnert sich Lauberger. Doch ein paar Hundert Meter weiter sahen sie ein Fahrzeug im Feld stehen und ein Motorrad lag neben einem umgestoßenen Verkehrsschild. „Wir ließen unseren Wagen ein paar Meter vor der Unfallstelle stehen und stiegen aus“, erzählt Lauberger weiter.

Schnell sahen sie den schwer verletzten Motorradfahrer im Feld liegen. „Der Unterschenkel war fast zur Gänze abgetrennt und aus der Arterie schoss mit jedem Herzschlag Blut aus der großen Wunde und versickerte im Gras.“ Lauberger war sofort klar, dass es sich hier nur um Minuten handelt, bis der Biker verblutet war.

Ohne Eingreifen kaum eine Überlebenschance

„Wir forderten die Umstehenden auf, aktiv zu helfen. Ein Bundesheersoldat gab seinen Gürtel her und fünf andere liefen zu ihren Fahrzeugen und holten ihre Verbandkästen“, beschreibt Lauberger die kostbaren ersten Minuten. Die Blutung konnte mithilfe des Gürtels und den Mullbinden schließlich gestoppt werden.

Etwa 10 Minuten später traf schon die in der Zwischenzeit verständigte Rettung ein. Kurz darauf kam auch ein Notarztwagen. Schließlich wurde ein Notarzthubschrauber angefordert, der den schwer Verletzten ins Spital nach Wien flog.

Ohne das fachgerechte Eingreifen der beiden Bestatter, hätte der 43-jährige Biker kaum eine Überlebenschance gehabt. „Ich wurde gestern von einer Bekannten des Motorradfahrers angerufen“, erzählt Lauberger, „sie sagte, dass das Bein wieder angenäht werden konnte und der Verletzte außer Lebensgefahr sei.“