Besucher-Rekord bei Ostermessen

Erstellt am 22. April 2022 | 05:54
Lesezeit: 3 Min
Immer mehr Kirchgänger in der Karwoche. Krieg in Ukraine hinterlässt auch hier Spuren.
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Der Krieg verändert nicht nur die Welt, sondern auch die Menschen, ihren Glauben und die katholische Kirche. In der Karwoche zu Ostern nahmen heuer besonders viele Menschen an den Gottesdiensten teil und sie fanden somit auch den Weg in die Kirche und zu Gott.

Alleine zu der Wiederauferstehungsmesse in der Pfarrkirche St. Stephan kamen 400 Menschen und versammelten sich nach dem Osterfeuer zu einem Kerzenmeer, das von der Dunkelheit in das Licht führte. In die Badener Pfarren St. Stephan, die Pfarrkirche, und in die Frauenkirche, kamen sogar mehr Besucher als vor Ausbruch der Corona-Pandemie im Jahr 2019. In der Karwoche waren sie so gut wie auf den letzten Platz besetzt. In die Frauenkirche zog es täglich zu den Osterfeierlichkeiten etwa 70 Menschen mehr als im Vorjahr. Schwere Zeiten vereinen.

Immer mehr Badener suchen das Gespräch

„Wir sind alle zutiefst betroffen von der tragischen Kriegssituation in der Ukraine und das dadurch verursachte Leid, das sich als Wunde tief in die Seelen vieler Kinder, Jugendlicher, Väter, Mütter und Großeltern einkerben wird“, sagt der Pfarrer der Stadtpfarrkirche Clemens Abrahamowicz. Dem folgen jedoch auch Taten. In der Frauenkirche wurde am Ostermontag eine ukrainische Mutter mit ihrer Tochter von Kaplan Robert Rintersbacher aufgenommen. Und immer mehr Badenerinnen und Badener suchen das Gespräch mit den klerikalen Vertretern.

„Zwei meiner Grundsätze in den Predigten sind, die Inhalte und Ziele der biblischen Schriften auch für junge, moderne Menschen zu übersetzen, die kaum Zugang dazu haben.“ Kaplan Rintersbacher

„Zwei meiner Grundsätze in den Predigten sind, die Inhalte und Ziele der biblischen Schriften auch für junge, moderne Menschen zu übersetzen, die kaum Zugang dazu haben. Für jeden Kulturkreis. In der priesterlichen Ausbildung eignen wir uns auch eine eigene, spirituelle Sprache an, die ich in die Alltagssprache übertragen möchte“, sagt Kaplan Rintersbacher. Dies seien auch zwei wesentliche inhaltliche „Momente“ bei den Ostergottesdiensten gewesen. Auch und besonders in Zeiten des Krieges predigen die Kirchenvertreter nicht nur Gottes- und Nächstenliebe. Denn Liebe sei laut Rintersbacher nicht nur eine Emotion, sondern auch eine grundsätzliche Zielausrichtung. Es gibt nämlich auch in Planung stehende Zukunftsperspektiven, die allumfassend sind. „Wir möchten aus den Kirchengebäuden heraustreten und etwa Freiluftmessen in Baden, wie im Kurpark, halten“, sagt der Kaplan. Am 3. Mai tagt der Pfarrgemeinderat, dann wird dies sicher ein Thema.

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