Bausperre in Oberwaltersdorf verhängt. Raumordnungsprogramm in diesem Gebiet wird nun überarbeitet.

Von Thomas Lenger. Erstellt am 30. April 2021 (03:23)
Bürgermeisterin Natascha Matousek (ÖVP) spricht sich für eine Bausperre bei der Bettfedernfabrik aus.
Sonja Pohl, Sonja Pohl

Wie sich ein Ort entwickeln kann, hängt maßgeblich vom Raumordnungskonzept und dem Bebauungsplan einer Gemeinde ab. Daher müssen auch viele Interessen in den Maßnahmen berücksichtigt werden. Oft haben die Bauwerber und die Anrainer unterschiedliche Vorstellungen. „Die Interessenslage ist konträr, wenn auch jede Seite verständliche Argumente hat“, weiß Bürgermeisterin Natascha Matousek (ÖVP), wie unpopulär regulierende Maßnahmen sind.

Städte- und Gemeindestrukturen müssen aber nicht nur Wohnräume und die dafür notwendige Infrastruktur unter einen Hut bringen. Zu berücksichtigen gilt es unter anderem auch Themen wie Hochwasserschutz, Verkehrsinfrastruktur und die Bereinigung von Fehlentwicklungen. „Konkret geht es um das Areal um die Bettfedernfabrik, das bereits in der Vergangenheit gestückelt wurde, womit Wohn- und Betriebsgebiet sowie Bauland-Sondergebiet – Veranstaltungszentrum, Kulturzentrum, eng aneinandergrenzen“, unterstreicht die Bürgermeisterin.

Drei Interessenslagen bei Bettfedernfabrik

Dass der Veranstaltungsbetrieb mit Lieferverkehr und Besucherfrequenz andere Interessen hat wie Anrainer, ist klar. Der in Planung befindliche Hochwasserschutz bringt für dieses Gebiet eine dritte Interessenslage ins Spiel. Daher wird das örtliche Raumordnungsprogramm für das Gebiet der Bettfedernfabrik und angrenzender Bereiche nun überarbeitet. Um Vorhaben, welche dieser Zielsetzung widersprechen, zu vermeiden, wird für den Bereich eine Bausperre verhängt. „Ziel ist das Miteinander im Siedlungsgebiet neu zu organisieren“, unterstreicht sie. Außerdem sollen mögliche Auswirkungen von Naturgefahren minimiert und Retentionsflächen überdacht werden.

„Ein weiteres Hauptaugenmerk liegt auf der Gewährleistung des Veranstaltungsbetriebs in der Bettfedernfabrik bei gleichzeitigem Schutz der Anrainer“, stellt die Ortschefin klar, dass (Lärm-)Emission dabei genauso eine Rolle spielen wie die derzeit unbefriedigende Parkplatzsituation. „Die nun zur Beschlussfassung vorliegende Bausperre ist zwar kein populäres aber ein probates Instrument“, ist sich Matousek sicher.