Bezirk Baden: Fasten schärft die Sinne

Es geht nicht um‘s schlanker werden, sondern um zu erkennen, was wesentlich und was unwesentlich ist.

Erstellt am 17. Februar 2021 | 04:45
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Mit dem 17. Februar beginnt die Fastenzeit 2021. Die meisten Menschen verzichten auf Alkohol, Süßigkeiten, Rauchen und Fleisch.
Foto: privat

Ob Alkohol, Zigaretten, Schokolade und diverse andere Naschereien oder auch die Verwendung von Auto, Computer und Handy – es gibt so einiges, dessen Konsum in der Fastenzeit reduziert werden kann.

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Star-Astrologin Gerda Rogers beschreibt sich als asketische Esserin.
Michael Liebert

Die Star-Astrologin Gerda Rogers mit Wohnsitz in der Stadt Baden meint dazu: „Ich achte in der Fastenzeit nicht extra darauf, mich bewusster zu ernähren, da ich ohnehin das ganze Jahr über Wert auf eine ausgewogene Ernährung lege! Corona-bedingt kommt aber natürlich dazu, dass man nicht ausgehen kann. Ich esse allerdings grundsätzlich sehr asketisch.“

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Clemens Abrahamowicz will weniger Schoko und Fleisch essen.
privat

Badens Stadtpfarrer Clemens Abrahamowicz erklärt, dass viele Leute fasten, um schlanker und fitter zu werden, doch dies sei nur ein positiver Nebeneffekt der Enthaltsamkeit. Für ihn bedeuten die kommenden 40 Tage mehr als das: „Worum es beim Fasten hauptsächlich geht, ist einen seelischen Blick darauf zu bekommen, was wesentlich und was unwesentlich ist. Es ist eine Zeit der Besinnung und der Umkehr.“

Nichtsdestotrotz versuche auch er vor allem weniger Schokolade und Fleisch zu essen und seinen Konsum allgemein zurückzuschrauben. Zudem möchte er weniger Strecken mit dem Auto zurücklegen und setzt vermehrt auf öffentliche Verkehrsmittel. „Das extreme Fasten, also 40 Tage lang wirklich gar nichts zu essen, wie es so mancher Pfarrer angeblich macht, würde ich aber physisch nicht schaffen“, ergänzt Abrahamowicz schmunzelnd.

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Heidrun Chen schwört auf wenig Zucker und Koffein.
privat

Die Gründerin der Plattform nachhaltig-in-baden.com und Ärztin für Traditionelle Chinesische Medizin, Heidrun Chen, möchte weniger Zucker und Koffein zu sich nehmen, sieht in der Fastenzeit jedoch auch etwas Anderes: „Weiter gesehen ist das Fasten für mich eher ein Thema der Nachhaltigkeit. Also auch beispielsweise den Computer weniger zu nutzen und insgesamt den Konsum einzuschränken. Auto fahre ich prinzipiell nicht und ich achte das ganze Jahr darauf, so wenig Plastikmüll wie möglich zu erzeugen, aber in der Zeit der Enthaltsamkeit lege ich noch einmal bewusster Wert darauf.“

Vegetarier üben sich im Fleischverzicht

Durchaus leicht fällt der Verzicht Rosa Roedelius, Künstlerin und Mitglied des Kunstvereins Baden: „Ich bin seit einigen Monaten Vegetarierin und ernähre mich grundsätzlich bewusst. Mein Glück ist, dass ich nichts Süßes mag und auch keinen Alkohol trinke, da mir dieser nicht sonderlich bekommt. Auto habe ich auch kein eigenes, ich teile mir eines mit meinen Eltern. Außerdem bevorzuge ich es ohnehin, die meisten Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen, beschränke mich bei der Benutzung von Facebook und schaue sowieso nicht fern.“

Für den Autor, Sänger und ehemaligen ORF-NÖ-Radiomoderator Peter Meissner aus Pfaffstätten war „Fasten im Sinn von weniger Essen in der Vergangenheit kein großes Thema, auch weil ich ohnehin recht genügsam bin. Ich habe mir früher in der Fastenzeit höchstens eine Alkoholabstinenz auferlegt“.

Heuer muss Meissner allerdings Fitness beweisen, „weil meine Töchter auf die Idee gekommen sind, innerhalb der Familie eine Art Gesünder-Leben-Programm durchzuziehen. Es reicht von Mindest-Schritten pro Tag über Wassertrinken, Obst und Gemüsen essen bis zu Entspannungseinheiten. Unser, also auch mein Ziel ist letzten Endes mehr Ausgeglichenheit und Lebensmut“.

Meissner hat festgestellt: „Die Beschränkungen der Corona-Zeit bringen es mit sich, dass wir uns mehr mit uns selbst beschäftigen müssen – körperlich und geistig. Mir hat das schon in den vergangenen Monaten einige neue Impulse gegeben und so zu vielen neuen Texten geführt.“

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