130 Jahre SPÖ: „Für Schwächere stark zu machen“. Kürzlich feierte die Sozialdemokratie ihr Jubiläum. Die Partei hat schon bessere Zeiten erlebt. Wie sieht die Basis die Zukunft?

Von Andreas Fussi. Erstellt am 15. Januar 2019 (03:30)
zVg
Leistbares Wohnen nennt SPÖ-Bezirkschef Andreas Kollross als eines der wichtigsten SPÖ-Themen. Soziale Verantwortung hat für Maria Rettenbacher, ehemalige SPÖ-Klubchefin, Priorität.

Für Nationalratsabgeordneten und Bürgermeister von Trumau Andreas Kollross spielt die SPÖ seit ihrer Gründung immer die gleiche Rolle, die auch der Erwartungshaltung der Bevölkerung entspreche. „Wir haben dafür zu sorgen und tun dies auch, dass es in unserer Gesellschaft einen sozialen Ausgleich gibt, dass Menschen Arbeit finden und von dieser auch leben können, Wohnen leistbar ist, Menschen nach einem arbeitsreichen Leben sichere Pensionen haben um ihren Lebensabend genießen zu können und ein gesellschaftlicher Zusammenhalt bestehen bleibt und keine Spaltung.“

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Als gestaltende Kraft sieht sie Badens SPÖ-Chef Stadtrat Markus Riedmayer, der davon überzeugt ist, dass sich seine Partei auch auf Bundesebene zunehmend etablieren wird. Als wesentliche Aufgabe der SPÖ sieht er, für die Arbeitnehmerrechte in die Presche zu springen, „die derzeit vielfach beschnitten werden“. Außerdem sei es an der SPÖ gegen die familiären Belastungen anzukämpfen zumal die Regierenden die Gesellschaft auch in dieser Frage auseinanderdividiere und Feindbilder schaffe. Für Badens Ombudsfrau für Menschen mit besonderen Bedürfnissen und ehemalige Klubobfrau der SPÖ Baden, Maria Rettenbacher, ist die SPÖ „von der Gestalterin zur Mahnerin geworden“. Für Gemeinderätin Heidi Hofbauer, die in Baden zwar nicht im SPÖ-Klub ist, sich der Partei aber zugehörig fühlt, habe sich die Sozialdemokratie „zwar von ihrer Rolle als Arbeiterpartei entfernt hat, mit Rendi-Wagner aber einen guten Weg einschlägt.“

Die Erwartungen der Wähler an die SPÖ sind für Riedmayer, sich auf ihre historischen Kernthemen zu besinnen – „sich für Schwächere stark zu machen und für Chancengleichheit einzutreten“. Auch Hofbauer und Rettenbacher sehen die soziale Verantwortung als prioritär.

Gründe für den Wählerrückgang sieht Rettenbacher im fatalen Wahlkampfmanagement und dadurch bedingten Verlust an Glaubwürdigkeit. Anders als Kollross, der auch keinen Zwang zur Erneuerung sieht: „Auf die letzte Wahl bezogen möchte ich festhalten, dass es keinen Wählerrückgang gab, sondern uns 100.000 Menschen mehr gewählt haben im Vergleich zur vorletzten Wahl.“ Als stabile Kraft beurteilt auch Riedmayer die SPÖ.

Wofür die SPÖ künftig stehen müsse? Kollross will ein besseres Leben nicht nur für jene, die es sich selbst richten können, sondern für alle. Nicht im Populismus zu verfallen, sondern offen, menschenfreundlich, sozial und authentisch zu sein, heißen für Riedmayer die künftigen Speerspitzen. Einkommen zum Auskommen, leistbares Wohnen und soziale Gerechtigkeit bei der Bildung, Gesundheit und Pflege sieht Rettenbacher als die wesentlichen Zukunftsthemen der SPÖ.

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