20 Jahre Euro: Vorteile überwiegen

Erstellt am 19. Januar 2022 | 04:31
Lesezeit: 4 Min
Euro Symbolbild
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Foto: Von Bragin Alexey, Shutterstock.com
Befürchtungen, die zu Beginn der Euro-Einführung aufkamen, hätten sich nicht erfüllt. Vorteile sehe man etwa beim Reisen.
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20 Jahre ist sie her, die viel beachtete und nach wie vor diskutierte Umstellung vom Schilling auf den Euro. Diesbezügliche Bedenken gab es damals wie heute, dass die Vorteile überwiegen, ist jedoch weitreichender Konsens.

So auch für den Direktor der Badener Volksbank, Martin Heilinger. Wie er sagt, hätten sich seine Erwartungen an den Euro erfüllt: „Der Euro ist ein großes Gemeinschaftsprojekt der EU. Ganz besonders in der Finanzkrise vor mehr als 10 Jahren wäre es ohne den Euro zu noch weit dramatischeren Entwicklungen gekommen.“ Befürchtungen habe er damals 2002 keine gehabt, im Gegenteil habe uns die neue Währung Stabilität mit niedrigen Inflationsraten gesichert.

Volksbank-Direktor Martin Heilinger
Volksbank-Direktor Martin Heilinger mit altem Plakat: „Mit dem Schilling assoziiert man die ‚gute Zeit der Sparbücher‘ und hohen Zinsen, aber auch des Bargeldes und der Schecks. Diesbezüglich haben wir uns dank des Euro positiv weiterentwickelt. Heute verbinden wir mit diesem eine gemeinsame europäische Identität, bargeldlosen Zahlungsverkehr, günstige Kredite und Fondssparen.
Foto: Volksbank

„Diese sind in den letzten Wochen zwar volatiler, aber das ist mit den derzeitigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erklärbar“, fügt Heilinger hinzu. An seiner positiven Einstellung dem Euro gegenüber hat sich im Wesentlichen nichts geändert. „Das Euro-System ist nicht perfekt, aber es ist ein gemeinsames Projekt in einem gemeinsamen Europa. Ich bin nach wie vor froh, dass wir die einheitliche Währung in 19 Staaten haben“, so Martin Heilinger.

„Anfangs gab es bei den Österreicherinnen und Österreichern sicherlich die Befürchtung, dass der Euro zum Teuro wird und Produkte sowie Dienstleistungen mit der Umstellung regelrechte Preissprünge machen würden. “ Sparkasse Baden

Die Sparkasse Baden geht hier d’accord. Von Beginn an habe sie sich für die europäische Gemeinschaftswährung eingesetzt und die Menschen mit Informationskampagnen auf ebendiese eingestimmt. Auch 20 Jahre später teile die Sparkasse den gleichen Enthusiasmus, habe der Euro uns und Europa schließlich stärker zusammenrücken lassen. Bezüglich einiger Bedenken heißt es seitens der Bank: „Anfangs gab es bei den Österreicherinnen und Österreichern sicherlich die Befürchtung, dass der Euro zum Teuro wird und Produkte sowie Dienstleistungen mit der Umstellung regelrechte Preissprünge machen würden. Einen Inflationsschub durch den Euro gab es aber nie und heute ist er die zweitstärkste Währung der Welt.“

Bezüglich einer etwaigen Preissteigerung entwarnt auch Gastronom und Bezirkswirtesprecher Gerhard Maschler: „Die Preise in der Gastronomie sind relativ gleich geblieben. Fleisch beispielsweise kostet nach wie vor gleich viel. Leicht gestiegen sind die Kosten für Öl oder diverse Fertigprodukte, die wir in unserem Gasthaus aber ohnehin nicht verwenden. Ernsthaft teuer geworden ist, verglichen zur Zeit des Schillings, jedenfalls nichts.“ Diverse Abgaben, also Steuern oder auch Lohnnebenkosten hingegen seien höher geworden, im Großen und Ganzen sei der Euro jedoch zu begrüßen.

Handel in der EU hat vom Euro profitiert

Laut Eduard Kocher, Direktor der Raiffeisenbank Region Baden, sei das am 1.1.2002 eingeführte Zahlungsmittel nicht mehr aus dem Leben wegzudenken. „Die Einheitswährung hat den innergemeinschaftlichen Handel beflügelt, weil Preise für Produkte und Dienstleistungen speziell für den Konsumenten leichter vergleichbar wurden. Auch bei Urlaubsreisen ist es höchst komfortabel, in vielen Ländern mit dem gewohnten Euro bezahlen zu können.“

Volksbank-Direktor Martin Heilinger
Für Raiffeisenbank Baden Direktor Eduard Kocher ist der Euro nicht mehr wegzudenken.
 
Foto: RK Baden

Wechselgebühren spare man sich zudem auch noch. Das Verhalten der Kundinnen und Kunden der Raiffeisenbank habe sich laut einer Stellungnahme der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich durch die Umstellung nicht geändert, aber: „Die Pandemie hat den Trend zu Kartenzahlungen beschleunigt. Transaktionen mit Debitkarten verzeichnen im Vergleich zu 2019 einen anteilsmäßigen Zuwachs von 10 Prozentpunkten auf 27 Prozent.“

Der Bargeldanteil nehme mit zunehmender Betragsgröße ab. Bei etwa 80 Prozent der Zahlungen unter 10 Euro verwenden die Österreicherinnen und Österreicher Scheine und Münzen. „Bei einem Betrag von 50 Euro bis 100 Euro bevorzugen nur mehr 42 Prozent Bargeld; hier greifen die in Österreich Lebenden lieber zur Debitkarte“, heißt es seitens der Raiffeisenlandesbank.

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