Alternativen auf dem Weg zur letzten Ruhe. Die Coronakrise schränkt die Möglichkeiten zur Trauerbegleitung durch Bestatter im Bezirk Baden ein. Trends veränderten sich nicht.

Von David Steiner. Erstellt am 28. Oktober 2020 (05:45)
Das traditionelle Totengedenken zu Allerheiligen und Allerseelen findet heuer vielerorts in kleinerem Rahmen statt.
Gleiss

Seit Sonntag ist die Teilnehmerzahl bei Begräbnissen auf maximal 100 Personen begrenzt. Auch die Trauerarbeit von Bestattern ist in der Corona-Krise zum Teil nur mit Einschränkungen möglich.

„Als familiäres Unternehmen war es uns immer wichtig, trauernde Angehörige von Anfang bis zum Ende zu begleiten“, erzählt Bestatterin Nicole Gerobel. Es gehe darum, eine Stütze zu sein, zuzuhören und Trauernde auch einmal in den Arm zu nehmen, wenn sie es brauchen. Das habe sich in der Corona-Krise verändert. „Wir durften zu keinen Kunden fahren oder Hausbesuche anbieten. Vieles wurde über Telefon oder E-Mail kommuniziert. Das zählt für mich zu keiner Trauerbegleitung“, klagt Gerobel, die versucht, das Beste aus der Situation zu machen.

Was sich in der Coronakrise nicht verändert hat, ist die Art und Weise, wie Menschen bestattet werden wollen. Feuerbestattungen lagen bereits in den vergangenen Jahren im Trend. Bei der Bestattung Gerobel machen diese gar 80 Prozent aller Bestattungen aus. Bei der Bestattung Lagrange in Bad Vöslau sind es rund 40 Prozent. Eine Urne könne nicht nur auf Friedhöfen, sondern auch in dafür vorgesehenen Waldstücken oder Flussabschnitten beigesetzt werden, erklärt Bestatter Ronald Lagrange. „Immer mehr zu beobachten ist auch, dass Familien Trauerfeiern aktiv mitgestalten wollen. Auch das ist eine Art der Trauerbewältigung“, erklärt Lagrange.

Der Bestatter sieht keine wirklichen Einflüsse der Coronakrise auf die Art von Bestattungen. Es handle sich dabei um eine Entscheidung, die viele Menschen schon länger für sich getroffen hätten.

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