Angebotserweiterung: Mehr Kinder-Betreuung im Sommer. Die Gemeinde wollen in den Ferien Kinder betreuen und erheben gerade Bedarf dazu.

Von Andreas Fussi, Thomas Lenger und Roland Weber. Erstellt am 10. Juni 2020 (05:45)
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Viele Gemeinden bemühen sich, den Kindern in den nahenden Ferien genügend Betreuungsmöglichkeiten zu schaffen. Die Stadt Baden richtet wieder Sommerhorte in der VS Weikersdorf ein. Im Bild: Gottfried Forsthuber und Otto Wolkerstorfer bei einem Besuch im Vorjahr.
psb/sap

Die Ankündigung des Landes NÖ, dass heuer im Sommer Kindergärten durchgehend geöffnet bleiben sollen, wird auch in Baden begrüßt. VP-Bürgermeister Stefan Szirucsek verweist darauf, dass in Baden im Mai bereits der Betreuungsbedarf in den Kindergärten erhoben wurde, um den Familien ein durchgehendes Betreuungsangebot im Sommer zu bieten. Bereits im Vorjahr habe Baden eine durchgehende Betreuung angeboten. „Dieses vorausschauende Handeln, das durch die Aktion des Landes bestätigt wird, ist ein wichtiger Teil der Lebensqualität für Familien in der Stadt“, ist Szirucsek überzeugt.

Allerdings gibt es für Schulkinder ab sechs Jahren kein günstiges derartiges Angebot, kritisiert die ehemalige Gemeinderätin Sonja Haberhauer und verweist auf die Kinder-Ferienbetreuung der Stadtgemeinde Bad Vöslau. Dort findet von 6. bis 24. Juli und von 17. August bis 3. September eine solche Betreuung für Kinder zwischen 6 und 15 Jahren statt, zwischen 7 und 17 Uhr. Pädagogisch geschulte Betreuerinnen umsorgen sie, auch wird ein Mittagessen angeboten und ein spannendes Programm. Der Preis beträgt 12 Euro pro Tag, inklusive Essen. So ein Angebot vermisst Haberhauer in Baden. Der Bürgermeister verweist hingegen auf die Ferienbetreuung in der Volksschule Baden-Weikersdorf und hebt private Anbieter hervor.

In Bad Vöslau wird es heuer eine durchgängige Ferienbetreuung für die jüngsten Kinder, die Kindergartenkinder und die Volksschüler geben. „Geplant war das schon im vergangenen Jahr, heuer haben wir die Corona-Krise zum Anlass genommen und beschlossen, dass es eine durchgängige Betreuung geben wird“, erklärt der Vorsitzende des Schul- und Kindergartenausschusses, Stadtrat Karl Wallner (SPÖ). Der Bedarf wird derzeit noch erhoben. „Wir sind flexibel und rechnen mit einer Gruppe in der Krabbelstube und je zwei Gruppen bei den größeren Kindern. Das kann sich natürlich noch ändern“, meint Wallner. Je früher man den tatsächlichen Bedarf kenne, desto eher gäbe es Planungssicherheit. Für die Zeit, in der nun zusätzlich offen ist, muss nicht nur die Verpflegung sicher gestellt werden, sondern auch die erforderliche Anzahl der Betreuerinnen. Entscheiden kann man sich zwischen zwei Modellen: Entweder das Land stellt eine zusätzliche Pädagogin zur Verfügung oder die Gemeinde organisiert die Betreuung mit gemeindeeigenem Personal. „Die rasche Bedarfserhebung ist auch deshalb notwendig, weil wir wissen müssen wie viele Betreuerinnen wir tatsächlich zu welcher Zeit brauchen“, beteuert Prinz. Auch die Kinderstadt Traiskirchen will die bestmögliche Form der Betreuung für die Kindergartenkinder im Sommer finden. Daher denkt Gemeinderätin Karin Blum, SPÖ, auch daran, „das es sinnvoll ist, das Angebot des Landes anzunehmen. Deshalb ist es uns sehr wichtig, dass alle Eltern jenen Bedarf angeben, den sie tatsächlich brauchen. Denn nur so können wir für jeden Kindergarten eine Lösung schnitzen, mit der alle Beteiligten möglichst gut leben können.“ Es war schon bisher in Traiskirchen Usus, dass von den drei gesetzlichen Schließwochen im Sommer lediglich in zwei Wochen tatsächlich keine Kindergartenbetreuung angeboten wurde. Für die Volksschulkinder steht auch heuer wieder Betreuung im Rahmen der Aktion „Ferien zuhause“ offen.

In der Gemeinde Sooß wird der Bedarf bis zur kommenden Woche erhoben. Die ersten drei Wochen im Juli und die letzten drei Wochen im August bleiben (so wie bisher) betreut. „Es ist momentan sehr schwer zu planen, weil man noch überhaupt nicht weiß, ob es für die drei Wochen dazwischen wirklich einen Bedarf gibt und ob wir auch genügend Personal zur Verfügung haben. Kommende Woche wissen wir mehr“, meint ÖVP-Bürgermeisterin Helene Schwarz.

In Pottendorf hat man vor der Corona-Krise eine Umfrage bei den Eltern durchgeführt. Diese hat damals ergeben, dass in den mittleren drei Ferienwochen nur wenig Betreuungsbedarf besteht. „Wir haben aufgrund der Krise aber nun eine neuerliche Bedarfserhebung gestartet“, betont SPÖ-Bürgermeister Thomas Sabbata-Valteiner.

„Wir werden nach dieser Erhebung entscheiden, ob wir nicht dennoch eine Ferienbetreuung für die Kindergartenkinder durchgehend anbieten werden.“ Auch für die 6-12 jährigen Kinder wurden bereits neue Bedarfserhebungen durchgeführt.

In Oberwaltersdorf steht bereits eine durchgängige Ferienbetreuung für alle Altersklassen fest. „Wir haben uns heuer dazu entschlossen, auch in den drei mittleren Ferienwochen keine Pause zu machen und die Betreuung während der gesamten Ferien anzubieten“, berichtet ÖVP-Bürgermeisterin Natascha Matousek.

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