Anschluss-Stelle der A3 als Schildbürgerstreich?. Ehemaliger Obmann der Wirtschaftskammer kritisiert gegenwärtige Autobahnlösung.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 06. August 2019 (04:05)
Symbolbild: Bilderbox
Symbolbild

Wie die NÖN mehrmals berichtete und auch der Wirtschaftspressedienst jetzt vermeldete, stöhnt die Gemeinde Oberwaltersdorf schon seit Längerem unter dem Lkw-Durchzugsverkehr.

Diese Belastung hat sich in jüngster Zeit unter anderem durch Betriebserweiterungen in der Region und die damit notwendig gewordenen Transportfahrten verstärkt. Experten der Wirtschaftskammer haben freilich schon vor Jahren vor diesem Szenario gewarnt und orten das Problem in den unzureichend ausgebauten Autobahnanschlüssen.

Konten Guntramsdorf im Fokus

Speziell im Fokus steht der Knoten Guntramsdorf, die Einmündung der Südostautobahn A3 in die Südautobahn A2, der nur als Halbanschluss in Richtung Wien ausgeführt worden ist. Da es Richtung Graz keinen Anschluss gibt, verlassen viele Schwerfahrzeuge die Südostautobahn bereits bei Ebreichsdorf und fahren über die B210 nach Westen, bis sie bei der Anschlussstelle Baden auf die Südautobahn gelangen können.

„Daran kann man ersehen, was passiert, wenn am falschen Platz gespart wird“, wetterte schon 2001 Heinrich Schönbeck, damals Obmann der Bezirksstelle Baden der NÖ Wirtschaftskammer. Die Lkw würden ja nicht aus Jux und Tollerei durch die Ortschaften fahren. Er bezeichnete den Autobahn-Knoten Guntramsdorf wörtlich als „Schildbürgerstreich.“

Ausbau ist derzeit kein Thema, betont Asfinag

Dazu nimmt Alexandra Vucsina-Valla, Sprecherin der Asfinag, folgendermaßen Stellung: „Ursprünglich sollte die A3 Südostautobahn als zweite Süd-Einfahrt nach Wien die mittlerweile fertiggestellte S 1 Wiener Außenring Schnellstraße kreuzen, und dann bei der so genannten „gesperrten Ausfahrt“ Simmering in Wien eingebunden werden. Vorteil dieser zwei Süd-Einfahrten nach Wien wäre eine redundante Ausweichroute bei Kapazitätsengpässen wie etwa Unfällen, Baustellen und dergleichen gewesen. Erst später erfolgte, unter anderem aufgrund städteplanerischer Änderungen, die Umplanung. Diese hatte zur Folge, dass die A 3 beim Knoten Guntramsdorf nun in die A 2 Richtung Wien einmündet.“

Eine Anbindung der A 2 aus Graz kommend an die A 3 wurde nicht umgesetzt. Grund dafür war laut Vucsina-Valla, im Falle einer Überlastung der A 2 keinen Ausweichverkehr über den Knoten Guntramsdorf auf die A 3 und weiter über die B16 (z. B. Umfahrung Münchendorf) entstehen zu lassen.

Eines ist laut der Asfinag-Sprecherin aber klar: „Derzeit ist aufgrund der geringen verkehrlichen Belastungen der Relationen A 3 auf die A 2 Richtung Graz sowie aus Graz kommend, kein Ausbau/Umbau des Knotens Guntramsdorf vorgesehen.“

Umfrage beendet

  • A3: Wäre der Anschluss Richtung Graz notwendig