Auf Kilos wird gerne verzichtet. Wer am Aschermittwoch begonnen hat, seine Lebensgewohnheiten zu ändern, darf sich jetzt über Ergebnisse freuen.

Von Red. Baden. Erstellt am 16. April 2019 (03:36)
Christian
Rechtsanwalt Gottfried Forsthuber aus Baden: „Freiheit selbst zu entscheiden“ –also Tee oder Bier, das ist hier die Frage amFoto…Dusek

Fasten ist in vielen Kulturen ein fest verankertes Ritual, das bevorzugt in der Frühlingszeit durchgeführt wird, um den Körper von allem Überflüssigen zu reinigen.

Badens VP-Gemeinderat und Anwalt Gottfried Forsthuber ist überzeugt: „Viele von uns suchen im Konsum die Erfüllung. Egal ob es die täglichen fünf Leberkässemmeln, der Kaufrausch oder Alkohol sind. Mit der Zeit gewöhnt sich der Körper an diese kleinen Freuden des Lebens. Dann verlangt er, schreit danach und in der Regel nach Mehr. Ab diesem Moment sollte man sich die Fragen stellen: Wer bestimmt über mein Leben? Mein Körper, mit all seinen Gewöhnungen, geistige Abhängigkeiten, oder ich selbst? Ich habe für mich den selbstbestimmten Weg gewählt.“

Schon seit ein paar Jahren verzichtet er in der Fastenzeit praktisch vollständig auf Alkohol, reduziere Süßes und Fleisch. Dadurch sei ihm bewusst geworden, wie sehr das Leben auf Gewohnheiten aufgebaut ist. Der Anwalt meint: „Der Punkt ist: Die Fastenzeit gibt dir wieder die Freiheit zu entscheiden und Neues zu sehen.“

Ich faste aus gesundheitlichen Gründen und vermeide hauptsächlich Kohlenhydrate, im speziellen Zucker.“ Landesrettungsrat Christian Raith

Unternehmerin Silvia Eitler hat sich heuer für das Intervall-Fasten 16:8 entschieden. Das bedeutet, acht Stunden Essen und 16 Stunden Fasten, nur mit Tee und Wasser. „Ich lass das Frühstück weg.“ Die Methode wirke, sie habe kein Hungergefühl und sei wesentlich aktiver „und auch beweglicher“. Ziel sei Gewichtsreduzierung. Das Fasten mache sie bewusst in der Fastenzeit, da es in der Zeit allgemein mehr akzeptiert sei als im übrigen Jahresverlauf.

Abnehmen mit Erfolg, der auch bleibt

In Pfaffstätten hat die Aktion „Gesunde Gemeinde“ unter der Federführung von Uschi Fembeck-Gruber zu Beginn der Fastenzeit begonnen, abnehmwillige Pfaffstättnerinnen und Pfaffstättner dazu zu motivieren, sich regelmäßig zu treffen, nicht nur, um Körpergewicht zu verlieren, sondern auch, um die Lebenseinstellung zu ändern sowie die Motivation zu erhöhen, mehr Sport und Gesundheit in den Alltag zu bringen. Die ehemalige Bankangestellte betont: „Es geht nicht nur darum, einfach abzunehmen. Auch das Wort Gesundheit ist in meiner Wahrnehmung sehr strapaziert. Ich halte es für wichtig, sein Leben so zu gestalten, dass individuell betrachtet sich jeder in seinem Körper wohlfühlt, in dem der Lebensstil nachhaltig geändert wird. Wenn einfach nur rasch Kilos purzeln, sind sie meist ebenso rasch wieder auf den Hüften. Es geht um die Motivation jedes einzelnen Teilnehmers und um eine Bewusstseinsänderung, in dem man herausfindet, was jedem guttut.“

Bürgermeister Christoph Kainz, VP, nahm zwar an der Aktion nicht teil, setzt aber in der Fastenzeit auf Mäßigung. Er hält fest: „Die Fastenzeit hat für mich eine religiöse Bedeutung. Ich versuche, unter der Woche keinen Alkohol zu trinken und auf Süßigkeiten zu verzichten. Das tut mir gut, und das merke ich auch an dem, was die Waage anzeigt.“

privat
In der Gruppe geht es einfach leichter: Die Teilnehmerinnen der Fastengruppe von Pfaffstätten haben im Rahmen der Aktion „Gesunde Gemeinde“ viel darüber gelernt, alte Verhaltensmuster zu durchbrechen und neue Gewohnheiten anzunehmen. Auch Sport bringt ein neues Lebensgefühl und hilft, unerwünschten Pölsterchen zum Verschwinden zu bringen.

Landesrettungsrat Christian Raith, Leiter des Roten Kreuzes Triestingtal, berichtet zum Thema: „Ich faste aus gesundheitlichen Gründen und vermeide hauptsächlich Kohlenhydrate, esse bewusst weniger Fleisch und habe dadurch während der Fastenzeit bereits sechs Kilo abgenommen.“

Und auch für Michael Kropf, Ballettchef der Bühne Baden, steht die Gesundheit beim Fasten im Vordergrund. Er betont: „Ich faste schon immer wieder, fasten finde ich auch gut, muss aber nicht unbedingt vor Ostern sein. Den Körper zu entgiften ist wichtig, ich glaube daran, aber nicht nur zu Ostern, sondern das ganze Jahr über. Ich versuche immer wieder weniger zu essen umso meinem Körper etwas Gutes zu tun.“

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