Beziehungsstreit vor Gericht: „Das Gift ist schuld!“. Handgreifliche Auseinandersetzungen zwischen Mann (24) und seiner Ex-Lebensgefährtin.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 03. Mai 2019 (04:28)
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„Es scheint, dass es miteinander nicht geht, aber ohne einander auch nicht, oder“, so die Richterin zum Angeklagten. Der, ein 24-jähriger Badener, ohne Job und Wohnung, dafür mit vielen Vorstrafen, nickt: „Ich habe sogar meinen Job gekündigt, als wie uns verliebt haben, damit ich mehr Zeit für sie habe.“ Doch aus der jungen Liebe wurde eine schwierige Beziehung mit einem Kind, wo auf beiden Seiten auch schon mal Watschn flogen.

„Ich habe sogar meinen Job gekündigt, als wie uns verliebt haben, damit ich mehr Zeit für sie habe.“

Der Angeklagte stand wegen Körperverletzung und Freiheitsentzug vor Gericht. Laut Staatsanwaltschaft hat er seiner Ex-Lebensgefährtin am 11. Jänner am Bahnhof Wiener Neustadt eine Ohrfeige gegeben und sich am 13. März gewaltsam Zutritt zu ihrer Wohnung in Pernitz verschafft – trotz Betretungsverbot – die Tür versperrt, mit ihr ums Handy gerangelt, die Frau ins Bad gedrängt und in die Wange gebissen.

Der Angeklagte gab die Ohrfeige am Bahnhof und den Biss zu, die Freiheitsentziehung und ebenfalls angeklagte Drohungen gegen die Ex und das gemeinsame Kind bestritt er vehement. „Am Bahnhof hat sie mir zuerst eine Watschn gegeben, weil ich mein Kind küssen wollte. Sie war eifersüchtig, weil ich mit einer Frau unterwegs war und ich auch, weil sie mit zwei Burschen dort war.“

Zu dem Biss sei es gekommen, „weil ich sie beim Abschied aus der Wohnung, ich habe meine Sachen abgeholt, küssen wollte, und sie hat mich weggedrängt. Vorher hat sie gesagt, dass sie mich liebt.“ Sie wollte ihn zuerst nicht in Wohnung lassen, wegen dem Betretungsverbot, habe dann aber doch freiwillig die Tür geöffnet. Die meisten Probleme in der Beziehung seien aus seiner Drogensucht entstanden. „Ich bin immer nur aggressiv, wenn ich auf Gift bin!“ Nach einer längeren cleanen Phase sei er zuhause bei seinen alten Freunden aber wieder rückfällig geworden.

Die Ex-Lebensgefährtin wollte vor Gericht nicht aussagen, der Angeklagte wurde zu neun Monaten Haft verurteilt. Außerdem wurden fünf Monate bedingt widerrufen.