Bruder angeschossen: 46-Jähriger vor Gericht. Aus Versehen hat ein 46-Jähriger aus dem Bezirk Baden mit einer Pistole seinen Bruder verletzt. Bedingte Haft und Geldstrafe.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 24. Juni 2021 (05:31)
Pistole
Symbolbild
NOEN, Symbolbild

„Voll schuldig“ bekannte sich ein 46-jähriger Mann, der am 3. März versehentlich seinen Bruder angeschossen hat. Die beiden Männer hatten ausprobiert, ob die Pistole des Angeklagten in den Holster des Bruders passt. Beim Herausziehen hat sich ein Schuss gelöst und das Opfer am Finger und an der Hüfte verletzt.

Der Angeklagte gab an, die Waffe in Wien vor zehn Jahren bei einem Bekannten gemeinsam mit einer Pumpgun gekauft zu haben. „Ich wollte cool sein und die Waffen waren günstig!“ Eine Waffenbesitzkarte habe er nicht. Einmal wollte er mit der Pistole am Schießplatz üben, „aber die haben mich wieder heimgeschickt“.

Die beiden Waffen hätten seither versperrt im Keller gelegen und als ihm sein Bruder seine Sportwaffe gezeigt habe, habe er eben seine Pistole geholt, um zu versuchen, ob sie in das Holster passt. „Ich habe ein komisches Geräusch gehört und wollte sie sichern, damit nichts passiert, aber da hat es schon geknallt.“

Er sei davon ausgegangen, dass der Lauf leer ist und auch das Opfer gab vor Gericht an, dass er den Lauf kontrolliert habe. Laut Gutachten wurde die Pistole aber manipuliert, wodurch der Sicherungshebel defekt war. Der 46-Jährige versicherte vor dem Richter, dass er nie etwas an der Waffe verändert habe.

Der Angeklagte leistete sofort Erste Hilfe und brachte den Bruder ins Spital. Beide bestätigten vor Gericht, das ihr Verhältnis durch diesen Unfall keinesfalls schlechter geworden sei, man vertrage sich immer noch bestens. „Es war ein tragischer Unfall“, so das Opfer.

Nichtsdestotrotz erging eine Strafe von sechs Monaten bedingter Haft und 2.400 Euro Geldstrafe wegen fahrlässiger Körperverletzung und Vergehen gegen das Waffengesetz. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, die Waffen werden eingezogen.