Bürgermeister-Protest gegen neue VOR-Buspläne. Bus-Anbindungen an Baden bis auf eine Ausnahme gestrichen. Nach Kundenbeschwerden wenden sich Ortschefs an VOR.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 17. September 2020 (04:12)
Bürgermeister Franz Schneider (Liste Schneider) ist erbost.
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Brigitte Walter aus Baden kann es nicht fassen. Wie so oft, wollte sie in Enzesfeld-Lindabrunn gemeinsam mit ihrer 80-jährigen Schwester den Bus nehmen, um zu Fachärzten in die Bezirkshauptstadt Baden zu fahren, aber kein Bus kam. Über zwei Stunden warteten sie und andere vergeblich und erfuhren dann, dass es diese Linie direkt nach Baden nicht mehr gibt. Der Bus 313 (vorher 556) fährt jetzt bis zum Bahnhof Bad Vöslau, wo man in den Zug nach Baden umsteigen muss.

Die Damen verstehen nicht, warum eine gut gehende Buslinie nicht fortgeführt werde. Auf Nachfrage auf der Gemeinde Enzesfeld-Lindabrunn informiert Listen-Bürgermeister Franz Schneider, dass sich viele Fahrgäste beschweren. Die Bürgermeister der Region hätten bereits reagiert und einen Beschwerdebrief verfasst, der an VP-Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko und den VOR geschickt worden sei. Dabei wurde betont, dass in Vorbesprechungen vom VOR zugesagt worden sei, „dass einige (!) Verbindungen nach Baden durchgebunden werden“, schreibt Schneider.

„Nunmehr wurde jedoch festgestellt, dass dies lediglich bei einem einzigen Kurs (106) in der Früh der Fall ist.“ Laut altem Fahrplan habe es zwölf direkte Verbindungen in die Bezirkshauptstadt gegeben, jetzt nur mehr eine. Zum Beispiel gebe es keine Direktverbindung mehr zur Gesundheitskasse Baden, sondern man müsse zwei bis dreimal umsteigen. Die Fahrzeit für diese 12 Kilometer verdopple sich. „Es kann nicht sein, dass man so seine alte Generation behandelt“, ist Schneider erbost. Eine Endstelle Bad Vöslau sei für die Bewohner des Triestingtales uninteressant, da dort keine Behörden seien. Der Brief schließt mit der Aufforderung, „den Linienfahrplan für die Linie 313 zu überarbeiten.“

Seitens des VOR betont Pressesprecher Georg Huemer, dass jede einzelne Rückmeldung von den Fahrplanexperten geprüft werde. Es seien bereits hunderte Änderungen umgesetzt worden. Man bitte um Verständnis, dass es gerade zu Schulbeginn immer wieder zu Änderungen komme und dass es zum Betriebsstart zu Anlaufschwierigkeiten komme, die „noch nicht überall gelöst sind“. Wenn das überwunden sei, würde die Region Baden von der neuen Fahrplangestaltung profitieren.