Corona-Lockdown: Schulen bleiben zu. Die Technik macht das ‚distance learning‘ zwar einfacher, aber nur, wenn Schüler ein gewisses Alter haben.

Von David Steiner und Judith Jandrinitsch. Erstellt am 18. November 2020 (05:45)
Traiskirchens Volksschuldirektorin Sonja Skudnigg.
JJ

Der Unterricht für die Oberstufe läuft bereits seit 3. November über Distance Learning.

Bundesschulsprecherin Alexandra Bosek, Schülerin am Gymnasium Biondekgasse in Baden, bemerkt einen großen Unterschied zum Lockdown im Frühjahr. Der Unterricht finde öfter über Videokonferenzen statt. Arbeitsaufträge seien der Unterrichtszeit und dem Arbeitsaufwand angepasst.

Bundesschulsprecherin Alexandra Bosek.
privat

Auch in Bezug auf einheitliche Lernplattformen wurden Fortschritte gemacht. „Nach den jetzigen Rückmeldungen nutzen rund 34 Prozent der Schulen eine oder zwei Plattformen. Die Befragten sprechen sich positiv über die Einheit und den dadurch vorhandenen Überblick über die Plattformen aus“, berichtet Bosek.

Grundsätzlich gelte es darauf zu achten, dass an Österreichs Schulen faire und einheitliche Bedingungen herrschen.

„Es darf nicht dazu kommen, dass viele Schülerinnen und Schüler statt einem virtuellen Unterricht, in dem sie aktiv mit der Lehrkraft kommunizieren können, nur Arbeitsaufträge ohne Rückmeldung per Mail geschickt bekommen.“

Grundwissen fehlt

Was noch fehle, sei das Grundwissen der Lehrkräfte im technischen Bereich, wodurch einiges an Unterrichtszeit untergehe und sich Bildungslücken aus dem letzten Jahr ausweiten würden. In diesem Zusammenhang fordert die Schülerunion, dass Lehrkräfte von der Pädagogischen Hochschule angebotene Online-Weiterbildungen verpflichtend für einen qualitativ hochwertigen Unterricht absolvieren. Weitere Anliegen der Schülerunion sind die digitale Ausstattung, die Evaluierung der Matura und Regelungen, welche überfüllte öffentlichen Verkehrsmitteln gegensteuern und somit die Infektionsgefahr am Schulweg verringern.

Traiskirchens Volksschuldirektorin Sonja Skudnigg hat sich schon zu Beginn des Schuljahres im September keinen Illusionen hingegeben, was eine mögliche Schulschließung betrifft. „Ich habe damit gerechnet“, sagt die erfahrene Pädagogin. Ob die Schule zum Infektionsverlauf maßgeblich beitragen würde, das kann Skudnigg nicht beantworten, sie weiß nur: „Die Schule ist ein Ort, wo sich ganz penibel und exakt an die Vorgaben und Bestimmungen der Bundesregierung gehalten wird. Meine Erfahrungen haben mich gelehrt, dass das nicht an allen Orten so gehandhabt wird.“ Ob Volksschulkinder Medien wie school-fox handhaben können, hänge von der Unterstützung der Eltern ab.

„Kinder können ein Handy bedienen, das halte ich für ein realistisches Medium für den Volksschulbereich. Ich habe beim ersten Lockdown eine vierte Klasse betreut, der habe ich Videos geschickt, wo ich Flächenberechnungen in Mathematik gezeigt habe. Das ist nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei den Eltern sensationell gut angekommen.“

Generell müssten sich alle im Klaren sein, „dass Distance Learning für Pädagogen einen enormen Mehraufwand bedeutet. Am Vormittag werden Kinder betreut, die in die Schule kommen, weil sie zuhause niemanden haben, der sie beim Lernen unterstütz, am Nachmittag melden sich die Kinder, die zuhause sind oder deren Eltern, wenn etwas unklar ist“.

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