Das Weihnachtsessen: Einfach, schnell & köstlich

Wer an Feiertagen ins Gasthaus essen geht, muss nicht selbst kochen. Doch was essen die Wirte privat?

Erstellt am 17. Dezember 2019 | 03:59
Lesezeit: 3 Min
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Familie Maschler beim Hantieren in der Küche: Eveline und Gerhard Maschler im Vordergrund, dahinter Sohn Mario mit der Flambierpfanne.
Foto: NOEN

An den Weihnachtsfeiertagen nicht selbst zu kochen, gehört für viele Familien zur besinnlichen Erholung von dem vorweihnachtlichen Trubel dazu.

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Bei 700 Gastronomiebetrieben im Bezirk Baden gibt es reichlich Auswahl für das Feiertagsessen. Auch die Gastronomen, die rund um die Feiertage unzählige Familien, Firmengruppen und Vereine bekochen, verbringen den Heiligen Abend im Kreise der Familie.

Die NÖN fragte nach, welche Gerichte die Routiniers dann auf den Teller zaubern. Ob es die klassischen Gerichte sind oder die Wirte privat gerne etwas Abwechslung haben? Als Erstes erkundigte sich die NÖN bei Bezirkswirtesprecher Gerhard Maschler in Wienersdorf. „Traditionell gab es zu Weihnachten lange Jahre Kümmelbraten, G’selchtes, Semmelkren, Apfelkren, frisches Gebäck und als Beilagen Essiggurkerl, Gemüsemayonnaise und Senf, alles selbst hergestellt und gekocht“, verrät der Gastronom.

Heuer weicht das Weihnachtsessen von der Tradition ab. Geplant sind Fondue und Raclette mit Rindfleisch, Hühnerfleisch, Meeresfrüchten und viel Gemüse als Beilage. Das biete sich an, um am Heiligen Abend länger bei einander zu sitzen und Zeit mit der Familie zu verbringen. Mit der Bescherung fangen die Maschlers schon früh an, um 16 Uhr, denn der 24. Dezember ist für sie der einzige freie Weihnachtsfeiertag. Am 25. und 26. Dezember öffnet das Gasthaus seine Pforten für alle, die an den Feiertagen nicht selbst kochen wollen. An diesen Tagen herrsche ein volles Haus.

Sehr viel Zeit für Weihnachtsstimmung bleibt auch vor dem 24. Dezember nicht. Im Gasthaus würden im Dezember Gott sei Dank sehr, sehr viele Weihnachtsfeiern stattfinden. „Das ist das Schicksal der Gastronomen“, betont Gerhard Maschler. Sein Gasthaus in der Wienersdorfer Hauptstraße ist seit 1966 in Familienbesitz. Neben seinen Mitarbeiter greifen dem Gastronomen Gattin Eveline und sein Sohn Manuel unter die Arme, der fürs Foto die Flammen in der Pfanne tanzen lässt.

Wo das Festessen der Tradition folgt

Bei Gastronomin Daniela Strasser vom Weilburghof in Baden fällt das Weihnachtsessen ganz traditionell aus. Es gebe ein Gansl mit Erdäpfelknödel und Rotkraut, ein Gericht, das sie seit ihrer Kindheit mit Weihnachten verbindet. Auch sie koche natürlich selbst. Wie auch bei den Maschlers ist die besinnliche Ruhe um Weihnachten nur von kurzer Dauer. Der Weilburghof ist ab dem 25. Dezember wieder geöffnet. An den Feiertagen gebe es sehr viel zu tun, sagt Daniela Strasser.

Traditionell halten es auch die Smrckas vom gleichnamigen Wirtshaus an der Bundesstraße 18 in Kottingbrunn. Hier ist es Inge Smrcka, die kocht. Das sei eine willkommene Abwechslung für Wolfgang Smrcka, der das ganze Jahr über beruflich in der Küche steht, sagt der Gastronom. Zu Weihnachten, meistens am 25. Dezember, gebe es traditionellerweise einen „Fliaga“, wie man im Familienkreis sage. Das heißt, entweder ein Weihnachtsgansl oder ein gefülltes Huhn. Letzteres sei bei den Kindern wesentlich beliebter. Deswegen wechsle man sich Jahr für Jahr ab. Das Rezept ist ein traditionell überliefertes seiner Mutter, die lange Zeit das Wirtshaus führte. Wolfgang Smrcka übernahm es vor zehn Jahren.

Abwechslung und leicht muss das Gericht sein

Ernährungswissenschaftlerin Nicole Seiler gestaltet das Weihnachtsessen von Jahr zu Jahr abwechslungsreich. Mal gebe es Fisch, mal Fleisch, Geflügel oder einen Truthahn. Sie ist bemüht, immer ein leichtes Essen zu kochen, weil als Nachspeise noch Weihnachtskekse am Programm stehen. Leichtes Essen und Freude am Kochen vermittelt Nicole Seiler auch in der Kochwerkstatt „Flotte Lotte“ in Baden. Dort bieten sie und ihr Team Kurse für alles rund ums Kochen an. Diese richten sich an Kinder, Erwachsene und auch Einsteiger müssten keine Angst haben. Heuer kocht sie als Vorspeise eine leichte Gemüsesuppe mit Sternchenkarotten für den weihnachtlichen Touch. Als Hauptspeise gibt es Wildgulasch mit Spätzle und Wurzelgemüse als Beilage und Schneenockerl als Nachspeise. Die NÖN wünscht guten Appetit!