Ein Stich mit großer Wirkung. Wer sich impfen lässt, schützt sich selbst vor Krankheiten und kann auch niemanden mehr anstecken.

Von David Steiner. Erstellt am 11. Februar 2020 (03:36)
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Infektionskrankheiten stellen eine Gefahr dar, die die Menschheit ständig begleitet. Das zeigt aktuell der Ausbruch eines neuartigen Corona-Virus in China.

Der Grund, warum viele Viruserkrankungen nur noch selten für Schlagzeilen sorgen, sind Erfolge bei der Entwicklung und Verbreitung von Impfungen. Im Fall des neuartigen Corona-Virus wird intensiv daran gearbeitet. Denn: Ist ein hoher Anteil der Bevölkerung geimpft, wird ein sogenannter „Herdenschutz“ erreicht. Ein Zustand, in dem sich eine Viruserkrankung nicht mehr ausbreiten kann. Einzelne Infektionskrankheiten stellen trotz einfach zugänglicher Impfstoffe noch immer ein Gesundheitsrisiko dar.

In Österreich führen Influenza-Infektionen (Grippe) durchschnittlich zu tausend Toten pro Jahr. Im NÖN-Gespräch bemängeln Ärzte, dass sich zu wenige Menschen gegen Influenza impfen lassen würden. Baden ist keine Ausnahme. „Wie in allen anderen Landesteilen ist im Bezirk Baden die Durchimpfungsrate bei der Influenza-Impfung sehr gering“, erklärt Mediziner Christian Hochstöger, Arzt im Amt der Landesregierung. Gefährdet sind vor allem ältere und immungeschwächte Menschen. „Je älter der Patient, desto mehr Komplikationen können bei einer Influenza-Infektion auftreten. Auch bei jungen Patienten kann die Krankheit einen schweren Verlauf nehmen“, weiß Bezirksärztevertreter Horst Birkner.

Er legt großen Wert auf die Impfberatung seiner Patienten. In den kommenden Monaten werde der Status der Zecken-Impfung wichtiger. Viele würden nach erstmaliger Impfung auf die Auffrischung alle fünf Jahre vergessen, erklärt Birkner. Das sei bei Teilimpfungen generell ein Problem. Ärzte empfehlen, jährlich den eigenen Impfstatus zu überprüfen. Eine Orientierungshilfe bietet der Impfplan, der jährlich von Gesundheitsbehörden erarbeitet wird.

Impfungen schützen nicht nur den Einzelnen

Für jedes Geschlecht und Alter werden gewisse Impfungen dringend empfohlen.

Eine HPV-Impfung beispielsweise schützt auch gegen Krebs. „Durch die Impfung vermindert sich das Risiko, an einem Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, um 90 Prozent, bei anderen Krebsarten besteht ebenfalls ein wirksamer Schutz. Auch Feigwarzen können durch die Impfung in bis zu 90 Prozent der Fälle verhindert werden“, erklärt Amtsarzt Hochstöger.

Beim Impfen geht es nicht nur darum, sich selbst zu schützen. „Besonders wichtig ist Impfen für die Allgemeinheit. Denn es gibt viele Personengruppen, bei welcher keine Impfungen durchgeführt werden können“, betont der Amtsarzt.

Das betreffe vor allem Säuglinge und Personen, die Immunsuppressionen erhalten, etwa eine Chemo-Therapie. Impfen schütze indirekt auch diese verletzlichen Personengruppen, erklärt Hochstöger. „Impfungen zählen zu den größten Errungenschaften der Medizin und sind nicht mehr wegzudenken. Sehr, sehr viele Menschenleben konnte damit gerettet werden“, erklärt Mediziner Berndt Schreiner, Chefarzt des Roten Kreuzes Niederösterreich. Große Verantwortung hätten vor allem Eltern für ihre Kinder. Entsprechend der UN-Konvention von 1989 hätten Kinder das Recht auf beste Gesundheitsversorgung. Dazu gehöre auch der Schutz vor Krankheiten durch Impfungen, betont Schreiner.

Hygienemaßnahmen in der Grippezeit

Zur Vermeidung von Erkrankungen dienen auch einfache Hygienemaßnahmen. Das Bewusstsein, diese anzuwenden, sei eher gering, sagt Bezirksärztevertreter Horst Birkner. Regelmäßiges Händewaschen, oder das Niesen in ein Taschentuch, notfalls den Ellenbogen statt in Handflächen, seien wirksam, sagt der Bezirksärztevertreter. „Ordentliches Händewaschen mit Seife ist eine der wichtigsten Hygiene-Maßnahmen“, betont auch Rotkreuz-Arzt Schreiner.