Funktionärskrise im Fußball fordert Tribut

Erstellt am 05. Juli 2022 | 20:00
Lesezeit: 3 Min
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„Mr. SVS“. Peter Miglitsch steht für den SV Sooß. Er gibt als Trainer die Kommandos und ist als Obmann quasi das Mädchen für alles.
Foto: zVg
Für Sooß-Mastermind Peter Miglitsch wird es die letzte Saison. In Ebreichsdorf ist von einer Funktionärskrise nichts zu sehen.
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„Ich habe das Gefühl, dass es momentan grundsätzlich eine schwere Zeit für den Sport ist“, unterstreicht Sooß-Mastermind Peter Miglitsch, der als Trainer und Obmann in Personalunion oft auf sich alleine gestellt ist. Vor allem die fehlenden finanziellen Mittel der letzten beiden Jahre machen sich bemerkbar – Feste und andere Möglichkeiten Gelder zu lukrieren fielen Corona-bedingt flach.

„Dazwischen flattert eine Gasrechnung für 1900 Euro rein, oder die Reparatur von einem Traktor steht an“, macht Miglitsch auf die Schwierigkeiten aufmerksam. Schwierigkeiten, mit denen sich Miglitsch nicht mehr lange herumschlagen möchte. Es wird seine letzte Saison werden. „Sollten sich keine Leute finden, die den Verein weiterführen wollen, dann muss man den Spielbetrieb bei den Erwachsenen eben einstellen“, tut sich Miglitsch unter den Umständen schwer, sich zu motivieren.

Probleme, mit denen sich in Ebreichsdorf niemand herumschlagen muss. Seit 2009 hat sich dort mit wenigen Ausnahmen der gleiche Vorstand rund um Obmann Erich Hietz, Stellvertreter Wolfgang Martinschitz, Sektionsleiter Wolfgang Heidenreich und Co. gehalten. „Es funktioniert so gut, weil wir nicht nur Funktionäre, sondern auch Freunde sind“, erklärt Heidenreich. Der sportliche Erfolg war aber ebenso wichtig, um die Motivation zu halten. „Den Lauf, den wir hatten, mit den ganzen Meistertiteln, da ist die Freude natürlich umso größer und da hat man auch mit der Suche nach Funktionären kein Problem“, unterstreicht Heidenreich.

Sollten sich keine Leute finden, die den Verein weiterführen, dann muss man den Spielbetrieb bei den Erwachsenen eben einstellen.“ Peter miglitsch Sooß-Mastermind wirft nach der kommenden Saison das Handtuch.

Ein weiterer Erfolgsfaktor für einen funktionierenden Verein ist für Heidenreich das gegenseitige Vertrauen. Jeder müsse sich auf den anderen verlassen können. „Viele Köche verderben den Brei. Ich denke, das ist bei anderen Vereinen oft ein Problem, weil zu viele mitreden wollen“, glaubt Heidenreich.

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