Heizen mit Öl ist im Abseits

Seit 1. Jänner dürfen Öl-Heizungen nicht mehr eingebaut werden. Die NÖN zeigt, wer im Bezirk profitiert und wer verliert.

Erstellt am 08. Januar 2019 | 03:10
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Ölheizung Heizung
Symbolbild
Foto: shutterstock.com

Niederösterreich ist das erste Bundesland, in dem es in Neubauten keine Öl-Heizungen mehr geben wird. Dennoch: Jeder sechste Haushalt heizt immer noch mit Öl. Um ihnen den Umstieg zu erleichtern, gibt es einen Bonus. Bis zu 5.000 Euro erhält, wer von Öl auf ein alternatives Heizsystem umsteigt.

„Aus Sicht des Klimaschutzes ist dies eine höchst notwendige Maßnahme, wir damit doch ein Emittent ausgeschaltet, der maßgeblich zum CO2-Ausstoß beiträgt“, ist Gerfried Koch als Leiter von Badens Klima- und Energiereferat überzeugt. Seiner Ansicht nach ist Niederösterreich damit wieder einmal Vorreiter und das auch vollkommen zurecht. „Bei Heizsystemen spricht man von einer Investition auf 20 bis 30 Jahren. Eine Ölheizung ist nicht nur die kostenintensivste Variante, sie ist auch die umweltschädlichste“, ist sich Koch sicher, dass sich der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen in jedem Fall lohnt.

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„Zumal wir gar nicht mehr so lange Zeit haben, um an der sprichwörtlichen Uhr zu drehen und das weltweite Klimaziel zu erreichen“, appelliert Koch auch als seit 2015 österreichweit anerkannter Klimamanager erneuerbare Energieträger zu forcieren. Das nun in Niederösterreich beschlossene Verbot für Ölheizungen soll 2020 auf ganz Österreich ausgerollt werden – „das wurde von der Bundesregierung auch so beschlossen“, unterstreicht er die die Sinnhaftigkeit. „Baden ist ja Teil der Klimamodellregion und hat als solcher auch in Sachen Ökobilanz die Nase vorne. Als Klimamodellregion erhält Baden aber auch gute Unterstützungsleistungen vom Bund. Wir finanzieren z.B. die Klimafilmtage daraus, die wiederum stark zur Bewusstseinsbildung beitragen“, erklärt Koch den Zusammenhang.

Seit 2011 gibt es das städtische Energiereferat, das Koch seit der ersten Stunde engagiert leitet und in dieser Zeit auch zahlreiche Initiativen setzte, die einerseits darauf abzielen, das Bewusstsein der Bürger, aber auch der in der Stadt angesiedelten Unternehmen zu schärfen sowie anderseits die Energiebilanz aller öffentlichen Bauten zu senken. „Hinsichtlich der Energieeffizienz der städtischen Gebäude ist Baden inzwischen gut aufgestellt, was sich unter anderem auch im Ergebnis der e5-Auditierung (dem Landesprogramm für energieeffiziente Gemeinden) widerspiegelt“, ist Koch stolz.

Um nun auch die Bevölkerung noch stärker in eine nachhaltige Energienutzung einzubinden und um zu erfahren, wie Badens Privathaushalte hinsichtlich des Energieverbrauchs aufgestellt sind – wie viel Prozent z.B. Ölheizungen nutzen, läuft gerade durch eine Sonderausgabe des Badener Amtsblatts eine Haushaltsbefragung. „Wir sind mit dieser Frage also top-aktuell!“, freut sich Koch auf rege Teilnahme – werden doch unter allen, die mitmachen doch auch tolle Preise ausgespielt. Wer seinen Fragebogen gerne online ausfüllen will, hat auf www.inibit.at/baden ab sofort die Möglichkeit dazu.

Ölheizungen sind sehr wartungsintensiv

Auf den Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energieformen setzen aber auch Badens Installateure und letztlich Energielieferanten. Hannes Stiastny (Haustechnik Stiastny GmbH) ist sich etwa sicher, „dass die Bewusstseinsbildung in Baden stärker vorhanden ist, als anderswo. Zumal im urbanen Raum Fernwärme ohnedies weit stärker verbreitert ist, als in ländlichen Gebieten.“ Der Paradigmenwechsel war seiner Ansicht nach aber dringend notwendig – „Ölheizungen sind nicht nur im Betrieb kostenintensiv, sie sind auch in der Wartung am teuersten“, unterstreicht der Fachmann.

In dieselbe Kerbe schlägt auch Jasmin Marban von Stangl GmbH in Traiskirchen, die neben Heizöl und Diesel längst auf Pellets setzen. „Und zwar seit über einem Jahrzehnt – ist der diesbezügliche Verbrauch doch stetig steigend“, erzählt sie.

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