Hundehaltung: Bedarf an Aufklärungsarbeit vorhanden. Experten im Bezirk Baden sehen großen Bedarf an Aufklärungsarbeit. Nicht nur bei Hundehaltern soll angesetzt werden.

Von David Steiner. Erstellt am 29. Juli 2020 (05:45)
Die Initiatorinnen von „Pfote mit Note“, Christine Witty, Heidi Hofbauer und Silvia Dobner, fordern flächendeckende Präventionsarbeit bereits im Kindergartenalter. 
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Wie eine verstärkte Ausbildung und Aufklärung von Hundehaltern aussehen könnte, zeigt die Bundeshauptstadt vor. „Ich sehe das Wiener Modell als Vorbild. Es funktioniert gut und bringt einen hohen Standard“, meint der tierschutzqualifizierte Hundetrainer Alexander Minnich (Hundekompetenz Baden).

Er befürworte, dass die Wiener Hunde-Sachkunde für alle Hundehalter, die länger als zwei Jahre, oder noch nie einen Hund hatten, verpflichtend ist.

Es handelt sich dabei um einen vierstündigen Kurs, der Menschen vor Anschaffung eines Vierbeiners Grundkenntnisse der Hundehaltung vermitteln soll. Positiv streicht Minnich auch hervor, dass die Inhalte und Unterlagen einheitlich von der Tierschutzombudsstelle Wien vorgegeben werden.

„Jeder Anreiz, der (Erst-)Hundebesitzerinnen dazu bringt, sich mit dem Wesen Hund zu beschäftigen, insbesondere vor Anschaffung eines Hundes, ist zu begrüßen“, sagt Hundetrainerin Ines Levy (dogtime.at). Da Menschen sich einer Verpflichtung entziehen könnten, würde Levy früher ansetzen und Richtlinien für die Vergabe von Zucht- und Tierschutzhunden, sowie strengere Kontrollen und Strafen für sogenannte „Vermehrer“ und Hundeschmuggler befürworten.

Bei Beratungsgesprächen orten mehrere Experten den Nachteil, dass die Ergebnisse nicht verbindlich sind. „Wir erleben es nur zu oft, dass sich Interessenten nicht beraten lassen wollen und auf eine bestimmte Rasse bestehen, obwohl die Voraussetzungen für eine artgerechte Haltung nicht gegeben sind“, berichtet Gabi Artner, Obfrau des Badener Tierheims. Gegensteuern könne man nur mit intensiver Aufklärungsarbeit.

Ein bisher eher wenig beachteter Aspekt der Aufklärungsarbeit ist die Biss-Prävention bei Kindern, die besonders gefährdet sind. „Wir appellieren an die Verantwortlichen, das Präventionsmodell ‚Kind und Hund‘ flächendeckend in den Kindergärten und Schulen zu integrieren“, betont die Badener Hundeplattform „Pfote mit Note“. Auch das Biss-Präventionsprogramm „Der Blaue Hund“ (siehe Infobox) setze bei Kindern an und müsse stärker beworben werden, sagen die Initiatorinnen von „Pfote mit Note“.

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