Impfdebatte: Arzt als Info-Quelle

Erstellt am 21. Januar 2022 | 06:31
Lesezeit: 3 Min
Es gibt eine hoch wirksame Impfung
Foto: APA (Symbolbild/dpa)
NÖN fasst die Meinung von FPÖ, ÖVP, SPÖ und Grüne im Bezirk zum Thema Impfen zusammen.
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Der in Oeynhausen lebende FPÖ-Gemeinderat der Stadt Traiskirchen Thomas Felbermayer ist zweifacher Familienvater, im Zivilberuf Polizist und zweifach geimpft.

Die Debatten um Impfpflicht ja oder nein stößt ihm mittlerweile aber sauer auf, „weil die Menschen durch die Politiker total verunsichert werden. Die Spaltung der Gesellschaft muss beendet werden. Die Pandemie hat nichts mit einer Parteifarbe zu tun, sondern ist eine gesundheitliche Krise, die uns alle angeht“. Als Lösung schlägt Felbermayer vor, „dass sich jeder und jede bei dem Hausarzt seines Vertrauens über die Corona-Impfung informiert. Der kann sicher alle Fragen beantworten, gehöre ich zu einer Risikogruppe oder nicht, was die die Risiko-Nutzen Abwägung betrifft“, meint Felbermayer.

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FPÖ-Gemeinderat Thomas Felbermayer.
Foto: Grabner

Für ihn habe sich nicht die Frage gestellt, ob er bei der FPÖ sei oder nicht. „Ich nehme mein öffentliches Amt sehr ernst. Ein jeder muss für sich selbst entscheiden, gehe ich impfen oder nicht. Die Zuordnung zu einer Partei, ob jemand impfen geht oder nicht, muss aber weg“, sagt Felbermayer. Die Impfpflicht steht trotzdem vor der Einführung.

Für Landtagsabgeordneten Christoph Kainz, ÖVP, „schließt die verpflichtende Impfung nicht aus, dass sich Menschen im Vorfeld bei dem Arzt ihres Vertrauens über diese informieren. Jeder Staatsbürger sollte sich seit dem Frühjahr 2020 mit der Pandemie auseinandergesetzt haben, und die beiden beherrschenden Themen waren eben Testen und Impfen“.

Mehr als zwei Drittel der Bürger hätte dies offensichtlich getan und sei zum Ergebnis gekommen, sich impfen zu lassen. „Wir brauchen eine hohe Durchimpfungsrate, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Bei allem Verständnis für Skepsis, wenn es die Solidargemeinschaft selber nicht schafft, nach reiflichen Überlegungen zu dem Schluss zu kommen, dass es für jeden besser ist, sich impfen zu lassen, dann bleibt uns nichts anderes übrig, als sich der Impfpflicht zu nähern.“

Krismer meint: „Pandemie keine Privatangelegenheit“

Auch die grüne Landessprecherin Helga Krismer hält die Zeit für ausreichend, sich mit dem Thema Impfen beschäftigt zu haben. „Eine Pandemie ist keine Privatangelegenheit. Das ist bei Tieren als auch bei Menschen so“, sagt die studierte Tierärztin. „Sie gehört in die Rubrik Öffentliche Gesundheit. Und Seuchen haben bis zurück in die Kaiserzeit immer das Eingreifen des Staates erforderlich gemacht, weil dieses Thema in die Verantwortung des Staates fällt.“

Dadurch begründe sich auch aus verfassungsrechtlicher Sicht, eine Impfpflicht in Betracht zu ziehen. Wichtig sei, Informationen transparent zugänglich zu machen. „Die Web-Seite des Sozialministeriums ist eine gute Informationsquelle, auf der alles zu dem Thema zu finden ist. Auch etwaige Nebenwirkungen, die bei dieser Impfung wie bei bei allen anderen Impfungen auch auftreten können.“

Nationalratsabgeordneter Andreas Kollross, SPÖ, hält das Thema Impfen „für eine persönliche Entscheidung. Es geht aber nicht nur darum, sich selbst zu schützen, sondern auch andere, wie etwa gefährdete Gruppen“. Die Impfung sei der bestmögliche Schutz, der im Moment zur Verfügung stehe. Trotzdem glaubt Kollross: „Wenn die ÖVP die Pandemie im Sommer nicht für beendet erklärt hätte, dann würde auch die Impfrate im Land anders aussehen.“

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