Jobinitiative: Aktion 40.000 soll wieder aufleben. SPÖ will, dass Langzeitarbeitslose im Bezirk Baden wieder mit einem Programm Beschäftigung finden.

Von Thomas Lenger. Erstellt am 12. März 2021 (04:34)
Landtagsabgeordnete Karin Scheele und Trumaus Bürgermeister, Nationalratsabgeordneter Andreas Kollross.
Thomas Lenger, Thomas Lenger

In einer gemeinsamen Pressekonferenz am 4. März forderten der Trumauer Bürgermeister und Nationalrat Andreas Kollross, SPÖ, und die SPÖ-Landtagsabgeordnete Karin Scheele eine Jobinitiative für Langzeitarbeitslose in Österreich.

„Es wird Zeit, dass mit der Vogel-Strauss Politik der Bundesregierung Schluss gemacht wird“, kritisiert Kollross die Regierung. „Wir wissen, dass für bestimmte Berufsgruppen der Freie Markt nicht die Jobpolitik regeln wird, gerade jetzt in der Pandemie nicht. Daher haben wir mit der Aktion 40.000 an die Aktion 20.000, die 2017 ins Leben gerufen wurde, angeschlossen und eine Arbeitsmarktinitiative gestartet“, sagt der Nationalrat. Damals wurden Langzeitarbeitslose über 50 Jahren bei Gemeinden und sozialen Organisationen beschäftigt, für einen gewissen Zeitraum wurden vom Bund die Kosten übernommen. „Damals hatten wir in Österreich 300.000 Arbeitslose, jetzt sind es über 500.000, 140.000 dieser Arbeitslosen sollen Langzeitbeschäftigungslose sein“, erklärt Kollross.

Die neue Aktion soll nicht nur auf die Langzeitbeschäftigungslosen ausgeweitet werden, sonder es sollen auch jüngere, die seit mehr als einem Jahr keinen Job haben, in das Projekt eingebunden werden.

Kollross meint: „Im Bezirk Baden haben wir derzeit 7.459 Arbeitslose, das sind um 19,4 Prozent mehr als zur gleichen Zeit im vergangenen Jahr. 3029 Personen sind Langzeitbeschäftigungslose.“

Die Überlegung der SPÖ dabei ist, dass das Projekt im ersten Jahr zu 100, danach ein halbes Jahr zu 75 Prozent und die restliche Zeit mit 50 Prozent vom Bund gefördert werden soll.

ÖVP-Landtagsabgeordneter Christoph Kainz sagt zu den Plänen: „NÖ ist bisher besser durch die Arbeitsmarktkrise gekommen, als viele andere Regionen. Ein Grund für den Vorsprung liegt in den vielen Maßnahmenpaketen, die seitens des Landes und der Sozialpartner bereits vor und auch während der Corona-Krankheit erarbeitet wurden.“

Für heuer habe die ÖVP zusätzlich Programme wie Jobchance50+ und die Lehrlingsoffensive bereits aufgestockt, um den Menschen Perspektiven zu geben. Kainz betont: „Auch für eine berufliche Weiterbildung oder Umorientierung haben wir Maßnahmen ergriffen. Ein Instrument ist dabei unser NÖ Kompetenzkompass, der jedem seine individuellen Stärken aufzeigt und damit den Grundstein für die persönliche berufliche Weiterentwicklung legt.“